Enzyklika des Papstes Franziskus verurteilt Soziale Medien als asozial

Der Papst mahnt mehr Umweltschutz und weniger Facebook an. Foto: dpa

Papst Franziskus war schon immer ein Mann der klaren Worte und diese Direktheit prägt auch seine zweite Enzyklika. Darin prangert er vor allem den Raubbau an der Erde, aber auch moderne Kommunikationswege wie Facebook und WhatsApp an.

Vatikan – Der Pontifex kritisiert, dass sich die Erde mittlerweile zu einer «unermesslichen Mülldeponie» entwickle. «Der Rhythmus des Konsums, der Verschwendung und der Veränderung der Umwelt hat die Kapazität des Planeten derart überschritten, dass der gegenwärtige Lebensstil nur in Katastrophen enden kann», heißt es in der Enzyklika.

Angesichts des Klimawandels ging das Oberhaupt von weltweit rund 1,2 Milliarden Katholiken hart mit Politik und Wirtschaft ins Gericht. «Die Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen zeigt sich in der Erfolglosigkeit der Weltgipfel über Umweltfragen», erklärt der 78-Jährige. Mit Blick auf die Klimakonferenz Ende des Jahres in Paris schreibt er, es sei dringend geboten, Programme zu entwickeln und den Ausstoß von Kohlendioxid drastisch zu reduzieren. Der Klimawandel sei «eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit».

Kritisch sieht der Papst auch die übermäßige Nutzung sozialer Netzwerke und digitaler Medien. «Die wirkliche Weisheit, die aus der Reflexion, dem Dialog und der großherzigen Begegnung zwischen Personen hervorgeht, erlangt man nicht mit einer bloßen Anhäufung von Daten, die sättigend und benebelnd in einer Art geistiger Umweltverschmutzung endet», heißt es in dem Lehrschreiben.

Mit dem «überwältigenden Angebot dieser Produkte» entstehe «eine tiefe und wehmütige Unzufriedenheit in den zwischenmenschlichen Beziehungen oder eine schädliche Vereinsamung». Es bestehe die Tendenz, die realen Beziehungen «durch eine Art von Kommunikation zu ersetzen, die per Internet vermittelt wird».

 

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