"Enzo" in Schwabing Zurück zur Pizza

 Foto: Gregor Feindt

Nach einem Umweg über Neapel ist Enzo Alvino wieder in der Stadt - und hat eine Pizzeria in Schwabing aufgemacht

 

Für die beste Pizza der Stadt schwört jeder auf ein anderes Lokal. Ein Name, der dabei immer wieder fällt: das „Rosso“. Dort soll sie schmecken, in dem kleinen Lokal in der Amalienstraße, das auf seiner Karte nicht viel mehr hat als eben Pizzen.

Enzo Alvino war es, der diesen Laden vor Jahren aufgemacht hat, heute führt ihn sein damaliger Pizzabäcker. Enzo Alvino nämlich wollte zurück, er ging nach Neapel. „Aber ich kam da nicht mehr so zurecht“, sagt er. „Ich habe 18 Jahre in München gelebt und gearbeitet, in Neapel ist alles so chaotisch. Und: München ist wirklich schön.“

Also ist Alvino wieder da. Und er hat vor eineinhalb Monaten, im Mai 2011, eine neue Pizzeria aufgemacht: „Enzo – Pizzeria & Bar“ heißt sie. „Die Stammgäste haben schon früher gesagt, gehen wir doch zu Enzo“, sagt der Wirt. Noch hängt das Schild nicht draußen, weswegen Neugierige an dem Ziegelfarbenen Haus in der Nordendstraße stehen bleiben und verstohlen die Karte mustern. Rege Pächterwechsel hat das Lokal durchgemacht, vor der Pizzeria versuchte das kunterbunte Colors sein Glück.

„Viele haben mir abgeraten“, sagt Alvino. „Aber wir sind hier mitten in Schwabing. Durch dieses Stück der Nordendstraße fährt nur die Tram, keine Autos, und es sind viele Leute unterwegs – wie an einer Piazza.“

Junge Italiener verabreden sich vor dem Ausgehen gern erst auf eine Pizza, dann sehen sie weiter, sagt der Wirt. In München nicht unbedingt. Aber Pizza-Bars wie das „Riva“, wo Enzo Alvino früher arbeitete, hätten die Pizza wieder populärer gemacht. „Ich selbst esse eigentlich jeden Tag Pizza“, sagt Enzo Alvino. „Zu einem Rotwein mache ich gern die Napoli mit Sardellen und Kapern, schön salzig. Und wenn ich mir eine mit nach Hause nehme, dann immer eine Thunfischpizza. Die schmeckt aufgewärmt noch genauso gut.“

Dünn und knusprig holt er die Pizzen aus dem Steinofen, die Gäste an der Theke sehen dabei zu. Vor ihren Augen legt er Gorgonzola und Artischocken, Parmaschinken und Auberginen auf die Teigfladen (all zwischen 6,50 und 10,50 Euro). „So kann ich auch gut auf Wünsche eingehen“, sagt der Wirt. In dem neuen Laden mit den großen Fensterfronten ist er immer nah beim Gast, ob beim Backen oder hinter dem langen Bartresen. „Das ist wichtig, das gehört zu einem Italiener dazu“, sagt Enzo Alvino.

Neben Pizzen serviert er Antipasti und Ciabattas, zwei Pasta-Gerichte, Salate und Desserts. Zu trinken gibt es neben Wein und Bier eine kleine Auswahl an Cocktails – falls sich doch ein paar Münchner wie die Italiener vor dem Ausgehen mit Pizza stärken wollen.


 Nordendstraße 24, Mo. bis Sa. 10 bis 1 Uhr, Tel.: 27371594

 

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