Entspannte Golfrunde vor den BMW Open Pro-Am-Turnier in Eichenried: Neureuthers Blattschuss-Malheur

Felix Neureuther und Martin Kaymer hatten Spaß beim Pro-Am-Turnier in Eichenried. Foto: Imago

Ski-Ass Felix Neureuther versucht sich vor dem Turnierbeginn in Eichenried als Golfer – und schießt mit einem Oberschenkeltreffer ab. Golf-Ass Martin Kaymer flachst: "Sie hatte keine Chance".

 

Eichenried - "Früher begann der Tag mit einer Schusswunde." Ob Felix Neureuther das Werk des Schriftstellers Wolf Wondratschek kennt, ist unklar. Sicher ist dagegen, dass der Ski-Star einen seiner seltenen Golf-Tage im Jahr mit einer solchen Wunde begann. Der Garmischer nahm im Rahmen der BMW Open im Golfclub Eichenried am ProAm-Turnier teil.

In seinem Flight: ein gewisser Martin Kaymer, dazu der dreifache Bob-Weltmeister Johannes Lochner sowie ein zwölfjähriger Bub aus der Schweiz, der dank eines spektakulären Trick-Shots eingeladen wurde. Logisch, dass sich der Slalom-Held nicht lumpen ließ und mal wieder an seine Grenzen ging – und ein Stück darüber hinaus. Denn dummerweise landete auf Bahn sieben einer seiner Schläge viel zu weit rechts und auf dem Oberschenkel einer Zuschauerin. Kaymer meinte: "Die Frau hatte keine Chance."

Neureuthers Blattschuss-Malheur, das ihm sehr peinlich war, endete glimpflich: mit einem blauen Fleck. "Oberschenkel ist noch der beste Platz, wo man jemanden treffen kann", sagte Kaymer, der nur lobende Worte für Neureuther fand: "Felix ist einer, der einen sofort abholt, sehr entspannt, ein netter Mensch, mit dem man gern Zeit verbringt."

Die Komplimente gab Neureuther zurück, Ratschläge von Deutschlands bestem Golfer hat er sich aber nicht geholt: "Beim Abschlag braucht er mir keine Tipps zu geben – das, was er macht, ist eine andere Sportart. Beim Putten kann man sich dagegen schon das ein oder andere abschauen."

Die schwierigste Übung für den Mann mit den chronischen Rückenproblemen kommt ja erst nach dem Einlochen: runterbeugen und den Ball aus dem Loch holen. "Einmal im Jahr geht’s ganz gut", scherzt er, "im Moment ist der Rücken aber ganz okay. Ich bin schon voll drin in der Vorbereitung für den Winter."

Schnitzel mit Pommes am Starnberger See

Auch Kaymer sprach ein wenig über seine Vorbereitung auf die BMW Open, die er 2008 gewonnen hatte. Am Montag war er von den für ihn mit Platz 35 ("Nicht das, was ich mir erwartet habe") nur mäßig erfolgreichen US Open zurückgekehrt und verbrachte den Tag darauf wie viele Münchner ihr Wochenende: "Ich war am Starnberger See, hab’ im Biergarten Schnitzel mit Pommes gegessen."

Sorgen muss man sich um ihn deswegen nicht machen. Mit seiner Erfahrung weiß er, dass Training an solchen Tagen nach einem Turnier in Übersee nichts bringt. Überhaupt sei auf dem vergleichsweise einfachen Platz in Eichenried ("Wenn du von den US Open kommst, kommt dir jeder Platz einfach vor") Geduld gefragt: "Der Platz ist eine mentale Herausforderung: Du musst auf deine Chance warten. Hier gibt es fast an jedem Loch Birdie-Chancen."

Das Gefühl, nicht jede Chance genutzt zu haben, kennt Kaymer natürlich auch. 2008, mit gerade mal 23 Jahren, hatte er als bislang einziger Deutscher die BMW Open gewonnen: "Ein sehr emotionaler Sieg. Ich erinnere mich noch an die Fans mit der Deutschland-Fahne am 18. Loch – so was kannte ich sonst nur vom Fußball." Drei Jahre später war er sogar die Nummer eins der Welt.

"In der Zeit war ich wirklich unzufrieden. Es ist ein sehr einsames Leben als der Beste der Welt. Damit muss man als Mensch erst mal zurecht kommen, mit 25 Jahren." Dass seine Karriere in Wellenform verläuft, streitet er nicht ab. In dieser Zeit gelt es "nicht nur als Golfer, sondern auch als Mensch zu wachsen".

Sportskollegin Angelique Kerber, die als Nummer eins der Tennis-Welt auch gerade eine harte Zeit durchmacht, will er keine Ratschläge geben, nur so viel: "Wir sollten den Status der Nummer eins nicht ganz so ernst nehmen. Wir spielen nur ein Spiel."

Wobei so ein Spiel ja durchaus schmerzhaft – siehe Neureuther – und auch gefährlich werden kann: Kaymers Flight-Partner Johannes Lochner lud ihn nämlich zu einer flotten Bob-Runde ein. Der Golfer reagierte vorsichtig: "Da hab’ ich die Hosen voll. Mit 130, 150 durch so nen Tunnel rasen? Schon krass. Vielleicht probier’ ich’s auf einer Bahn aus, die unter 100 km/h schnell ist."

Wenn Lochner Bob fährt wie er Golf spielt, könnte es eine heiße Fahrt werden. Felix Neureuther charakterisierte Lochners Golf-Stil so: "Brutal! Der hat einen unfassbaren Schlag, kann sehr weit schlagen – aber auch sehr weit rechts oder links."

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