Englischer Garten So sollte die Wiedervereinigung aussehen

Die großen Münchner Umweltverbände haben sich Gedanken gemacht, wie eine Wiedervereinigung des Englischen Gartens aussehen sollte. Foto: dpa

Eine Wiedervereinigung des Englischen Gartens? Münchner Umweltverbände haben jetzt gemeinsame Lösungen und Forderungen erarbeitet. 

 

Schwabing - Die vieldiskutierte Wiedervereinigung des Englischen Gartens betrifft, wenn sie denn kommt, die Bereiche Verkehrsentwicklung, Umwelt und Erholung in München.

Deshalb haben jetzt die drei großen Münchner Umweltverbände Bund Naturschutz (BN), Landesbund für Vogelschutz (LBV) und Green City e.V. eine gemeinsame Position zu diesem Thema erarbeitet.

Die Verbände sind sich einig: die Zerschneidung des Englischen Garten durch den Mittleren Ring ist für sie "eine massive Verschandelung dieses Münchner Erholungs- und Stadtnaturraums".

Sie befürworten deshalb eine Wiedervereinigung, allerdings stellen sie dafür Bedingungen an die Politik.

Zum einen fordern die Verbände eine Machbarkeitsstudie:

Für alle diskutierten Varianten (Grub/Lejeune, Herrle) fordern die Verbände eine allgemein zugängliche Machbarkeitsstudie, welche Kosten und positive Umweltwirkungen der Vorschläge vergleicht sowie auch die Tunnel an der Landshuter Allee und der Tegernseer Landstraße berücksichtigt.

Zum anderen, soll es keine dritte Spur geben:

"Eine dritte Spur wird in jedem Fall abgelehnt", heißt es in einer mitteilung. "Sowohl mit als auch ohne Tunnel, auf der Nordseite ebenso wie auf der Südseite." der Grund: Die Attraktivität des motorisierten Individualverkehrs dürfe nicht gesteigert werden, da dadurch Lärm- und Abgasbelastung weiter zunehmen würden.

Ein dritte Forderung dreht sich um die Finanzierung. Die müsse in wesentlich höherem Maße aus privaten Mitteln erfolgen. Ein zu hoher Mitteleinsatz aus öffentlichen Geldern würde andere dringende Maßnahmen, wie beispielsweise den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs, verhindern, heißt es. 

„Eine Wiedervereinigung wäre ein Gewinn für unsere Stadt", sagt Christian Hierneis, der Vorsitzende des BUND Naturschutz München. "Die Eingriffe in den Baumbestand müssen dabei so gering wie möglich gehalten werden". Dies gelte sowohl für die letztendlich umgesetzte Planung wie auch für die Bauphase. "Dies muss in der Machbarkeitsstudie klar zum Ausdruck kommen. Eine oberirdische 3. Spur, wie sie von Teilen des Stadtrats favorisiert wird, lehnen wir kategorisch ab.“

Martin Glöckner, Geschäftsführer von Green City e.V., fügt hinzu: „Eine Überbauung des Mittleren Rings mittels einer Grünbrücke wäre der Königsweg: Kostengünstig und ästhetisch ansprechend schafft man damit Wandermöglichkeiten für Menschen, Tiere und Pflanzen.“

 

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