Englischer Garten Kampagne für den Tunnel startet

Die Vision: Ein Tunnel führt die Straße unter das dann wiedervereinigte Grün. Alt-OB Hans-Jochen Vogel macht bei der Aktion mit. Foto: oh

50.000 Flyer, Bilder in U-Bahnhöfen: Die Kampagne für eine Autoröhre unter dem Englischen Garten startet. Alle Münchner können dabei mitmachen.

 

München - Drei Tunnel wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten in München gebaut oder angefangen. Ganz klassisch mit jahrelangen Behördenwegen und Bürgerversammlungen. Doch wie der Plan für einen den Tunnel unter dem Englischen Garten angefasst wird, das ist einmalig. Die Münchner werden das in den nächsten Monaten mit einer großen Öffentlichkeitskampagne erleben, an der sich jeder beteiligen kann: Mit Geld oder guten Worten.

Das Schwabinger Architektenpaar Petra Lejeune und Hermann Grub hatte die Tunnel-Idee. Sie werden dabei schon von der Allianz Umweltstiftung – die bereits 1,25 Millionen Euro dafür gibt – unterstützt, von den Beratern Roland Berger und jetzt auch von den PR-Spezialisten der Münchner Agentur „serviceplan“.

Die haben ohne Honorar eine Infokampagne gestartet, die sich bis September entwickeln wird. „Das ist ein sehr emotionales Thema, das wir gerne unterstützen“, meint Geschäftsführer Ronald Focken.

Den Anfang machen eine Plakatserie und Rundfunkspots. Da sagen prominente und normale Münchner, warum sie einen Tunnel unter dem Englischen Garten wollen. Der soll den Isarring unter die Erde bringen und damit diese wunde Schneise aus den 60er Jahren beseitigen. Gleichzeitig soll damit das Stauproblem auf dem Isarring gelöst werden. Kosten nach Berechnungen einer Machbarkeitsstudie: 70 Millionen Euro.

Einer der ersten Köpfe war Alt-OB Hans-Jochen Vogel (SPD): In seiner Amtszeit wurde der Isarring durch den Park geschlagen. Sein Slogan: „Damit alte Wunden geheilt werden.“ Regisseurin Doris Dörrie meint: „Weil der Englische Garten einfach großes Kino ist.“ Schauspielerin Jutta Speidel: „Weil ich die Begeisterung für dieses Projekt nicht spielen muss.“ Und ein Berliner sagt lausbübisch: „Weil ne Wiedervereinigung per se ne dufte Sache ist.“

Wer mitmachen will, der kann an die Agentur sein Foto und seinen Text schicken. Das geht im Internet über die Homepage der Aktion: www.m-einenglischergarten.de“.Fans können sich auch bei Facebook austoben.

„Die Kampagne wächst“, erläutert PR-Geschäftsführer Thorsten Hebes. Die Bilder werden in U-Bahnhöfen gezeigt, Händler können Plakate in ihren Läden aufhängen, und es werden 50.000 Flyer unter die Münchner gebracht.

Jeder kann dabei in jeder Höhe spenden. Die Schwabinger Architekten haben dafür eine Stiftung gegründet (sie kann Spendenbescheinigungen ausstellen). Wenn der Park-Tunnel nicht gebaut werden sollte, wird das Geld der Verwaltung des Englischen Gartens übergeben, versprechen Grub und Lejeune.

Das Projekt wird von der Politik auf allen Ebenen unterstützt. Im Rathaus informieren die Architekten regelmäßig Stadtrat und Verwaltung über die aktuellen Schritte. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) kann sich vorstellen, diesen Tunnel als Modellprojekt zu fördern. Dafür müsse die Stadt mitmachen.

OB Christian Ude hegt ebenfalls Sympathien. Er wartet auf eine Studie des Planungsreferats über die Zukunftsprojekte am Mittleren Ring bei der Landshuter Allee und der Chiemgaustraße. Gegen Ende des Jahres soll die im Stadtrat diskutiert und entschieden werden.

 

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