Energie Gnadenfrist am Jochberg: Kraftwerkpläne liegen auf Eis

Idylle hoch überm Walchensee: Muss die Jocher-Alm einem Speichersee weichen? Foto: Heinrich Stürzl

Die umstrittenen Pläne für ein Pumpspeicherkraftwerk am Jochberg liegen erst einmal auf Eis. Die Investoren wollen die Ergebnisse einer Studie abwarten.

 

Jachenau - Naturschutz oder Energiewende? Diese Frage birgt oft Konflikte. So auch am Jochberg, einem der liebsten Hausberge der Münchner. Hier ist ein Pumspeicherkraftwerk geplant (AZ berichtete). Wenn die Pläne umgesetzt werden, würde die malerische Jocher-Alm wohl in den Fluten eines Speichersees verschwinden.

 Jetzt liegen die Pläne für das Wasserkraftwerk aber erst einmal auf Eis. Die Energieallianz Bayern (EAB), ein Zusammenschluss von 33 überwiegend bayerischen Energieversorgern, will die Planungen aussetzen, bis eine Studie der Staatsregierung zu Pumpspeicherwerken vorliegt.

Bis dahin investiert sie kein Geld mehr in das rund 600 Millionen Euro teure Projekt. Naturschützer lehnen den Bau des mehr als 20 Hektar großen Speichersees am Jochberg von Anfang ab. Der geplante Speichersee soll drei Millionen Kubikmeter Wasser fassen.

Das entspricht etwa der Fläche von 20 Fußballfeldern. Das wäre das Aus für die bei Wanderern beliebte Jocher-Alm. Für den Bau wären Sprengungen nötig, eine riesige Menge Beton müsste verbaut werden. Ein brachialer Eingriff in die Natur. Die Planer sehen die Gebirgsmulde auf dem Jochberg aber als idealen Standort für den künstlichen See.

Zwischen dem Speichersee und dem Walchensee soll dann das Wasser ausgetauscht werden. Je nach Strombedarf wird in den Speichersee hinaufgepumptes Wasser durch unterirdische Rohre zurück in den Walchensee geleitet und so mit Turbinen Energie erzeugt. Von 2023 an könnte die Anlage 700 Megawatt Strom aus Wasserkraft liefern.

 

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