Empfang der Staatsregierung Seehofers FC Bayern-Ziele: "Drei Titel; mindestens!"

Horst Seehofer lud die Bayern anlässlich des Triumphes in der Vorsaison ein. Hier die Bilder vom offiziellen Empfang in der Staatskanzlei. Foto: dpa

Jetzt macht schon Ministerpräsident Hors Seehofer Druck, Druck, Druck auf Pep Guardiola. Der Ministerpräsident vergleicht die Bayern mit Königen, Karl-Heinz Rummenigge aber warnt: „Messlatte nicht immer höher legen”

 

München - Der Hofgarten der Staatskanzlei, eine historische Stätte, ist also wie geschaffen für die Robbens und Ribérys dieser Stadt: „Früher war das die Wirkungsstätte der Könige, und ich denke, für den FC Bayern ist es gerade der richtige Ort”, meinte wie Gastgeber Horst Seehofer. Und setzte noch einen drauf – und den neuen Trainer unter Druck. Der Ministerpräsident forderte von Pep Guardiola, er wolle ihn im nächsten Jahr an gleicher Stelle wiedersehen, „und zwar mindestens mit derselben Anzahl an Titeln". Druck von höchster Stelle.

Während seine Spieler zu jeder Tages- und Nachtzeit die immergleiche Frage beantworten müssen, was anders ist unter El Pep, bekommt der Spanier bei jeder Gelegenheit zu spüren, dass die Wiederholung des historischen Triples nicht mehr ist als das Minimalziel. Immerhin stand ihm der Vorstandschef zur Seite, der auf Seehofer und die Hundertschaften begeisterter Fanklub-Vertreter einwirkte: „Ich bitte Sie nur, die Messlatte nicht immer noch höher zu legen", sagte Karl-Heinz Rummenigge, um dann ein sehr vorsichtiges Saisonziel zu formulieren: „Wir haben im letzten Jahr drei Titel gewonnen, und ich habe immer gesagt: Der ehrlichste ist die deutsche Meisterschaft. Den Titel wollen wir wieder holen."

Für den Katalanen dürfte das bunte Treiben mit Bier, Brotzeit, Torwandschießen, dem Sound der Schongauer „Cubaboarischen" und der Breakdance-Weltmeister „Dancefloor Destruction Crew" eher ungewohnt gewesen sein. Und es ist Guardiola zu wünschen, dass er nicht jedes Wort von Seehofers Rede verstanden hat. Vom „Flaggschiff FC Bayern” war da die Rede, von den „besten Ehrenbotschaftern, die man für Bayern haben kann” sowie von einer „Epoche”, die nun hoffentlich eröffnet wurde. Noch mehr Druck, Druck, Druck.

Gut, dass der lustige Teil des Programms folgte: Überreichung des Trikots mit der Nummer 12 durch Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger. „Anziehn! Anziehn!" skandierten die Fans, und prompt riss sich Seehofer die Krawatte vom Hals und zog das Leiberl über. Ist ja Wahlkampf. Ob man den 12er mal für fünf Minuten einwechseln könne, fragte Moderator Markus Othmer den perplexen Guardiola, der nur „Ja" sagte. Seehofer wurde offensiv und beanspruchte auch noch das Recht auf den nächsten Elfmeter, „für den Müller, weil: Mehr als verschießen kann ich auch nicht".

Ein Spaß war das im Hofgarten. Nur einer blieb still, mal wieder: Präsident Uli Hoeneß, von Seehofer als „Architekt des Erfolges" geadelt, von den Fans als „bester Mann" gefeiert. Als alle Profis längst auf dem Heimweg waren, stand er immer noch in einer Fantraube, schrieb Autogramme. Doch der Quell der starken Meinung ist versiegt. Seine Stimme hätte Gewicht - und könnte den Druck von Guardiola nehmen.

 

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