EM-Teilnehmer Comeback: Der Makos-Faktor

Grigoris Makos gibt rund zwei Monate nach seinem Syndesmosebandriss sein Comeback und zeigt sich als "ordnende Hand". Foto: sampics

Der griechische Nationalspieler Grigoris Makos soll am Montag gegen Aue sein Comeback bei den Löwen geben. Die AZ beschreibt, was dies für 1860 bedeutet. Ein Mitspieler schwärmt: „Er macht uns alle besser”

 

München - Sie wollen nicht zu viel von ihm erwarten, und doch erwarten sie ziemlich viel von ihm. Vor einer Woche erst gab Grigoris Makos bei den Löwen sein Comeback nach mehr als zwei Monaten Verletzungspause. Nach seinem Syndesmosebandriss am linken Fuß trat der Grieche gegen Burghausen aber nur in einem Testspiel an. Doch nun, an diesem Wochenende, entscheidet sich, ob der Nationalspieler am Montag beim Zweitligaspiel gegen Aue schon wieder im Ernstfall eingesetzt werden kann.

„Ich bin bereit”, sagt der 25-Jährige, der erst ein Pflichtspiel für 1860 absolviert hat: „Ich will endlich zeigen, was ich drauf habe.” Auch bei all seinen Löwen-Kameraden herrscht große Vorfreude, dass der als Führungsspieler eingekaufte Makos endlich jener Leistungsträger sein kann, den sie sich alle erhoffen.
Denn von Makos soll nicht weniger als die ganze Mannschaft profitieren. Der Grieche soll die Abwehr verstärken und von ihr die Bälle fernhalten. Er soll seinen Partnern im Mittelfeld Sicherheit und Ruhe verleihen. Und am besten auch noch die Angreifer mit scharfen und präzisen Pässen einsetzen. Doch bis Makos all diese Qualitäten zeigen kann, wird es wohl noch ein paar Wochen dauern – denn so blumig sich die Sechzger ihre Zukunft mit dem bärtigen Stabilisator ausmalen, so sehr zwingen sie sich selbst dazu, nicht zu früh zu viel von ihm zu verlangen. „Ich werbe um Geduld”, sagt Trainer Reiner Maurer daher, „wir dürfen nicht denken, dass er, wenn er gegen Aue spielt, alle Gegner alleine überrennt. Er muss sich erst mal an die Liga, an die Spieler, die Sprache und die Gegebenheiten gewöhnen. Und das dauert.”

Trotzdem: Mit Makos sollen alle Mannschaftsteile einen Tick verbessert werden. Die AZ erklärt, welchen Einfluss der Grieche bei seiner Rückkehr – Maurer schließt eine Nominierung für die Startelf gegen Aue nicht aus – auf die verschiedenen Bereiche nehmen soll.

Abwehr: Auch ohne Makos hatte 1860 in sieben Spielen nur drei Tore kassiert. Zuletzt aber gab es dann drei weitere beim Blackout in Berlin. „Grigoris hat sehr viel taktisches Verständnis”, lobt Sportchef Florian Hinterberger, der sogar nach dem 4:4 der Nationalmannschaft gegen Schweden sagte: „Mit Makos wäre das nicht passiert.” Der Grieche steht für Robustheit und Disziplin. „Daheim nennen sie mich den griechischen Khedira. Ich bin auch sehr auf den Kampf und Ordnung konzentriert”, sagte er der AZ.

Mittelfeld: „Seine physische Präsenz ist überragend. Er macht uns alle besser”, sagt Mittelfeldpartner Kai Bülow. Die Löwen hoffen, dass Makos die Mitspieler mit seiner Ausstrahlung beflügelt. Doch Kollege Daniel Bierofka warnt: „Er war lange verletzt, da ist man nicht gleich ein Heilsbringer. Die Qualität nach einer Verletzung ist erst mal nicht die, die man davor hatte. Wir haben Geduld, wir freuen uns auf ihn.”

Angriff: Mit 13 Toren nach neun Ligaspielen haben die Löwen einen Durchschnittswert. Nun erhoffen sie sich durch Makos' Passqualität mehr Chancen. Maurer: „Seine Spieleröffnung ist sehr stark. Es ist ein Unterschied, ob der Pass genau in den Lauf oder einen Meter in den Rücken kommt.” Und Flügelstürmer Daniel Halfar meint: „Er kann das Spiel schnell machen, gezielte Seitenwechsel einbauen. Das wollen wir nutzen.”

 

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