Elfmeter, Rot und Sperre zu viel Neuer, Hoeneß, Beckenbauer für Regeländerung

Elfmeter, Platzverweis, Sperre: Den FC Arsenal trifft die Schlüsselszene im Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Bayern München hart. Ungerecht - sagen sogar die Bayern.

 

London - Die Rote Karte für Torwart Wojciech Szczesny vom FC Arsenal im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Bayern München hat die Debatte über die mehrfache Bestrafung nach einer sogenannten Notbremse im Strafraum neu entfacht.

"Diese Regel sollte man mal überdenken", forderte Nationaltorwart Manuel Neuer, auch wenn die Bayern bei ihrem 2:0-Sieg am Mittwochabend in London von der Schlüsselszene in der 37. Minute entscheidend profitierten.

Auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß votierte dafür, "sie zu ändern". Ehrenpräsident Franz Beckenbauer sagte bei "Sky", er fände die Regelauslegung "übertrieben, eine Dreifachbestrafung macht keinen Sinn".

Szczesny hatte Arjen Robben beim Stand von 0:0 im Sechzehner gefoult. Weil der polnische Nationalkeeper mit seiner Aktion eine klare Torchance vereitelte, entschied Schiedsrichter Nicola Rizzoli aus Italien regelkonform auf Elfmeter und Rote Karte. Im Rückspiel am 11. März wird Szczesny Arsenal nun zudem wegen einer Sperre fehlen.

Der Platzverweis sei "aus Torwartsicht kritisch zu sehen", erklärte Neuer, weil der Schlussmann sowieso schon "durch den Elfmeter bestraft" würde.

Auch Hoeneß würde die Strafstoßentscheidung ausreichen, damit sei eine Mannschaft "schon genug gestraft", sagte der Ex-Profi: "Die Regel sagt, Verhinderung einer Torchance heißt Elfmeter und Rot. Die Regel kann man ändern, da wäre ich dafür", sagte Hoeneß: "Aber solange sie besteht, muss man sie konsequent umsetzen."

Arsenal-Coach Arsène Wenger beklagte: "Mit dieser Entscheidung hat der Schiedsrichter das Spiel gekillt."

Mit einer Regeländerung ist aber nicht so bald zu rechnen. Das zuständige International Football Association Board Ifab hat das Thema nicht auf seiner Tagesordnung für das jährliche Meeting am 1. März in Zürich. Eventuell wird das neu geschaffene Expertengremium des Ifab damit betraut, über die Regel zu beraten.

 

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