Ekelfleisch-Skandal Wertinger muss vor Gericht

Den Angeklagten wird vorgeworfen Schlachtabfälle als lebensmitteltaugliches Fleisch verkauft zu haben. Foto: dpa

Dreieinhalb Jahre nach der Aufdeckung eines Gammelfleisch-Skandals in Bayern müssen sich ein Wertinger Fleischfabrik-Betreiber und zwei seiner Geschäftspartner vor dem Landgericht Augsburg verantworten.

 

Augsburg/Wertingen Der Prozess soll im Mai beginnen, sagte ein Sprecher des Landgerichtes am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte damit einen Bericht der „Augsburger Allgemeinen“. Demnach werden den Angeklagten 22 gewerbsmäßige Betrugstaten vorgeworfen, weil sie Schlachtabfälle als lebensmitteltaugliches Fleisch verkauft haben sollen.

Der Fall hatte 2007 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Damals wurde bekannt, dass die Firma Wertfleisch im nordschwäbischen Wertingen 150 Tonnen Schlachtabfälle an Berliner Dönerstuben verkauft hatte. Ein Lastwagenfahrer gab damals den entscheidenden Tipp. Er hatte „nicht für den menschlichen Verzehr“ gekennzeichnete Ware in die Wurst- und Fleischfabrik des Angeklagten geliefert und beobachtet, wie sie umettiketiert wurde.

Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin 2008 Anklage gegen den Betreiber und die Geschäftspartner wegen Betrugs und Verstößen gegen das Lebensmittelgesetz. Der Betreiber der Wertinger Wurst- und Fleischfabrik blieb jedoch weiter auf freiem Fuß. Wegen der Überlastung des Gerichtes kann die Verhandlung aber nun erst in diesem Frühjahr stattfinden.

 

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