Ekel-Skandal vor vier Jahren Nach Müller-Brot-Pleite: Prozess gegen sechs Ex-Manager beginnt

Sechs Ex-Manager der ehemaligen Großbäckerei Müller-Brot stehen vier Jahre nach Aufkommen des Ekel-Skandals vor Gericht. Ihnen wird im bis Mitte Dezember andauernden Verfahren vorgeworfen, Lebensmittel in den Umlauf gebracht zu haben, die nicht mehr verzehrt werden durften.

 

Landshut - Fast vier Jahre nach dem Ekel-Skandal und der Pleite der Großbäckerei Müller-Brot stehen sechs ehemalige Manager vor Gericht. Neben drei Geschäftsführern müssen sich der damalige Betriebsleiter, der Produktionsleiter und die Leiterin des Qualitätsmanagements des Neufahrner Unternehmens von Montag (2. November) an vor dem Landgericht Landshut verantworten. Laut Anklage haben sie in sechs Fällen große Mengen nicht zum Verzehr geeigneter Lebensmittel in den Handel gebracht. Bei einem der drei Geschäftsführer handelt es sich um den damaligen Haupteigentümer Klaus Ostendorf.

Kontrollen zwischen 2010 und 2012: Mäusedreck und Kakerlaken gefunden

Die Produktion in der Neufahrner Firma war am 30. Januar 2012 vom Landratsamt Freising wegen gravierender Hygienemängel gestoppt worden. Trotz Reinigungsarbeiten konnten Mäusedreck und Kakerlaken nicht beseitigt werden. Die Mängel waren bei sechs Kontrollen im Zeitraum von Oktober 2010 bis Januar 2012 festgestellt worden.

Dabei ging es in keinem Fall um gesundheitsschädliche oder gesundheitsgefährliche Lebensmittel. Vielmehr handelte es sich um Produkte, die der Verbraucher aufgrund der Produktionsumstände abgelehnt hätte. Zwei Wochen nach der Schließung meldete Haupteigentümer Ostendorf Insolvenz an. 1250 Mitarbeiter verloren ihren Job.

Zudem wirft die Anklagebehörde den drei Ex-Geschäftsführern Insolvenzverschleppung und Betrug in 238 Fällen vor. Sie sollen nicht pflichtgemäß unverzüglich nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit der Müller-Brot GmbH Insolvenzantrag gestellt haben. Außerdem sollen sie Lieferanten betrogen haben, weil sie trotz Zahlungsunfähigkeit Waren und sonstige Leistungen im Wert von rund 1,65 Millionen Euro in Auftrag gegeben hätten.

Mittlerweile wurden das Fabrikgelände in dem nahe der Autobahn 9 (München-Nürnberg) gelegenen Gewerbegebiet sowie die Maschinen in der stillgelegten Großbäckerei verkauft. Den Großteil des Müller-Brot-Filialnetzes hatte die Tochter von Firmengründer Hans Müller bereits wenige Monate nach der Insolvenz zusammen mit dem Münchner Bäcker Franz Höflinger gekauft. Die Backwaren werden aber in anderen Betrieben im Großraum München hergestellt.

Für das Verfahren hat das Gericht zunächst zehn Termin bis Mitte Dezember angesetzt.

 

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