Eishockey in der Krise EHC München: "Den Tränen nahe"

EHC-Trainer - und Bundestrainer: Pat Cortina. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Die Zukunft des EHC ist weiter völlig ungewiss. Hier erklären der Trainer, der Manager und ein Nationalspieler, wie ohnmächig sie sich fühlen.

 

München - Hoffnung, Freude, Erleichterung – und dann wieder Trauer, Verzweiflung, Wut. Beim EHC München, der nach dem Ausstieg von Gesellschafter Waldemar Jantz seit Wochen ums Überleben kämpft, geht das Wellental der Gefühle weiter. „Wir sind weiter zwischen Himmel und Hölle gefangen”, erklärt Manager Christian Winkler.

Nach AZ-Informationen gab es am Montagabend ein Treffen der drei Gesellschafter, es wurde über das Schicksal des DEL-Klubs beraten. Doch auch nachdem Jürgen Bochanski, Jantz und Michael Philipps stundenlang zusammensaßen, sind die Würfel nicht endgültig gefallen. Über einen Verkauf der Lizenz an Zweitligist Schwenningen wird weiter verhandelt, doch auch der mögliche neue Investor ist noch nicht aus dem Rennen.

Hinter den Kulissen laufen intensive Verhandlungen mit der Stadt, damit der Olympiapark (eine hundertprozentige Tochter der Stadt München, in dessen Eisstadion der EHC spielt) die Mietkonditionen verbessert. Zudem hat der EHC den Arbeitsprozess gegen Ex-Geschäftsführer Thomas Kriner, der gegen seine Entlassung im Oktober 2011 geklagt hatte, in erster Instanz verloren. Auch das dürfte den EHC viel Geld kosten. Geld, das er im Moment nicht hat.

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Immerhin hat bisher keiner der Spieler um die Vertragsauflösung gebeten. „Die Spieler wissen, dass es hier nicht nur um ihr eigenes Schicksal geht, sondern um das große Ganze, um Eishockey in München”, sagt Winkler, der aber alle weiteren Vertragsverhandlungen auf Eis gelegt hat: „In meinen Augen wäre es nicht seriös, jetzt mit jemand zu verhandeln, wenn ich selber nicht sagen kann, wie, wo und ob es überhaupt weitergeht.”

Nationalverteidiger Felix Petermann, ebenso wie Stürmer Martin Buchwieser doch noch aus dem Kader für die am Freitag beginnende WM in Schweden und Finnland gestrichen, meinte: „Ich habe ja noch einen Vertrag, aber klar können die Spieler nicht ewig warten. Irgendwann brauchen wir Klarheit. Wenn ich daran denke, dass beim EHC Schluss sein könnte, bin ich down.”

Das ist auch Trainer Pat Cortina, der für ein paar Tage zu seiner Familie nach Fassa gefahren war. „Ich denke im Moment nicht an Eishockey, ich denke nur an das Überleben des EHC. Es sind sehr emotionale Zeiten, die Sterne meinen es im Moment nicht gut mit uns. Es gab viele Augenblicke, in denen ich den Tränen nahe war. Es gab Momente, wo man dachte, dass man nahe dran ist, zusammenzubrechen”, gesteht Cortina der AZ.

Doch über einen Wechsel, eine Auflösung seines Vertrages denkt auch der Erfolgscoach noch nicht nach. „Klar bin ich auch ein Mann, der Verantwortung gegenüber seiner Familie hat. Ich muss arbeiten, um meine Familie zu ernähren. Aber im Moment geht es hier um etwas, was viel größer und wichtiger ist als mein persönliches Schicksal”, sagt Cortina, „der EHC, Eishockey in München ist so wichtig, dass ich der positiven Lösung der Sache alle Zeit gebe, die sie braucht.” 

 

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