Einwohnerzahlen im Freistaat Neuer Höchststand: Jetzt samma fast 13 Millionen Bayern

Autorenprofil Ruth Schormann
, aktualisiert am 08.01.2018 - 17:28 Uhr
Da wird’s eng: Besonders viele Neubayern ziehen nach München. Foto: Peter Kneffel/dpa

Die Bevölkerung im Freistaat hat einen neuen Höchststand erreicht. Wo die meisten leben und was der Innenminister jetzt für Wohnungen tun will.

Bayern - Freilig, wir wissen ja längst, dass es in Bayern, dahoam, immer noch am schönsten ist. Und immer mehr Zugezogene schätzen unsere Berge, Seen und Täler ebenfalls – und die Städte im Freistaat. Am Stichtag 31. Dezember 2016 haben 12.930.751 Menschen hier gelebt. Das sind rund 87.000 mehr als noch 2015 und damit neuer Höchststand, hat Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag verkündet.

Neuer Höchststand durch Wanderungsgewinn

Obwohl es auch 2016 mehr Sterbefälle (129.550) als Geburten (125.690) gab. Maßgeblich für den neuen Höchststand war der sogenannte Wanderungsgewinn: Im Lauf des Jahres zogen 96.000 Personen mehr nach Bayern als den Freistaat verließen. "Dabei nahm die deutsche Bevölkerung um 11.012 Personen ab, während die ausländische Bevölkerung um 98.249 Personen anwuchs", teilte die Behörde mit. Das aktuelle Plus entspricht in etwa der Einwohnerzahl des Landkreises Garmisch-Partenkirchen.

Wo leben die meisten Zugezogenen?

Alle sieben Regierungsbezirke konnten 2016 Neubürger begrüßen. Das größte Plus verzeichnete Oberbayern: 44.379 Menschen haben sich hier neu gemeldet, gefolgt von Schwaben mit knapp 12.000 Einwohnern mehr und Mittelfranken (plus 11.373). Schlusslicht ist Oberfranken, wo 2016 nur gut 3000 Menschen dazugekommen sind. Das Plus im Jahr 2015 war mit 151.946 aufgrund der hohen Zuwanderung von Schutzsuchenden noch fast doppelt so hoch gewesen.

"Bayern bleibt ungebrochen attraktiv, der Freistaat zeigt sich wirtschaftlich mit praktisch Vollbeschäftigung in bester Verfassung", kommentierte Herrmann. Auffällig: Mehr als die Hälfte des Bevölkerungswachstums entfällt auf Oberbayern – und damit auch München.

"Dem Sog in Ballungsräume aktiv entgegenwirken"

Innenminister Herrmann findet: "Das ist einerseits natürlich Ausdruck der hervorragenden Lebensperspektiven dort. Das bestärkt uns aber auch in unserer Strategie, die ländlichen Räume Bayerns lebens- und liebenswert zu erhalten und dafür zu sorgen, dass die Menschen dort Zugang zu allen wesentlichen Bereichen der Daseinsvorsorge haben."

Das heißt: So schön München auch ist, es soll den Menschen auch woanders gefallen. Oder, wie Herrmann es formuliert, man müsse "dem Sog in die Ballungsräume aktiv entgegenwirken.

Was will die Politik dafür tun? Den ländlichen Raum attraktiver machen! Konkret bedeute das, "Arbeit zu den Menschen zu bringen", das heißt, Behörden, Hochschulen und Institute auf dem Land anzusiedeln. Außerdem sollen Bildung, Gesundheitsversorgung und digitales Leben im ländlichen Bereich funktionieren, damit alle gleichwertige Lebensbedingungen haben, so Herrmann.

Natürlich ist der größte Knackpunkt der Wohnraum. 54.000 neue Wohnungen sind 2016 in Bayern neu auf den Markt gekommen, 2018 stehen, sofern der Landtag zustimmt, im Wohnungspakt Bayern mehr als 680 Millionen Euro für die Förderung neuen Wohnraums zur Verfügung.

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