Einfach zugemüllt Pasing: Riesen-Ärger um Kleingarten-Anlage

Kleingärtner Christian Häusler sagt: "Die Lage ist ernst - und dramatischer als ich dachte. Es sieht danach aus, dass wir rausfliegen - und dass bereits Leute dort wohnen." Foto: Daniel von Loeper

Der neuer Eigentümer will die Gartler in einer Kleingartenanlage in Pasing offenbar loswerden. Nun muss die Stadt einschreiten.

Pasing - Bauschutt, Sperrmüll und heruntergekommene Container: Den Gartlern in der Kleingartenanlage an der Hildachstraße in Pasing stinkt's. Auf der einst gepflegten Anlage schaut es mittlerweile aus wie auf einem Schrottplatz.

Das Gelände gehört der Münchner Grundstücksverwaltung Fortune. Diese hat das Grundstück vor ein paar Jahren günstig von der Bahn gekauft und einen Großteil davon an die Kleingärtner weiterverpachtet. Auf einem Teil der Fläche herrscht inzwischen aber absoluter Wildwuchs.

Ein richtiges Containerdorf sei dort entstanden, sagt Obergartler Wolfgang Wührer. Der Eigentümer habe dort Bäume gefällt, Schwarzbauten errichtet und in den Verschlägen teilweise sogar Arbeiter einquartiert. "Alles, was der da treibt, ist absolut illegal", schimpft Wührer.

Der Streit währt schon länger. Interessiert habe es bislang aber niemanden, sagt der Kleingärtner-Chef. Die Schrebergärtner fühlen sich von der Politik ziemlich im Stich gelassen. Nun schaltet sich allerdings die Rathaus-CSU ein.

"Der will den Leuten das Garteln madig machen"

Die Kleingartenanlage an der Hildachstraße sei bereits der zweite Fall dieser Art innerhalb kurzer Zeit, sagt Stadtrat Johann Sauerer. Unweit sei kürzlich Ähnliches passiert, so Sauerer. In der Kleingartenanlage an der Haberlandstraße habe sich ohne Genehmigung einfach ein Autohändler niedergelassen. Eigentümer auch dort: die Fortune Grundstücksverwaltung.

Was den Eigentümer antreibt, ist für Sauerer klar: "Der will den Leuten das Garteln madig machen, damit die Flächen frei werden", sagt er. Doch da will ihm die CSU nun einen Strich durch die Rechnung machen.

Kleingartenanlagen müssten dringend erhalten werden, sagt Sauerer. Schon jetzt hinke München anderen Städten hinterher. Gerade mal 0,6 Kleingärten gebe es hier pro hundert Einwohner. "Selbst Hannover liegt da noch vor uns", sagt Sauerer.

Die Grundstücksverwaltung Fortune will sich aktuell zu der Angelegenheit nicht äußern. Nun liegt der Fall bei der Lokalbaukommission. Die wird entscheiden müssen, wie es im Kampf um die Kleingärten weitergeht.

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