Eindeutiger Trend Online-Games immer beliebter – das kommt in Zukunft auf uns zu

Gemeinsam vor einem Rechner spielen – gehört das bald der Vergangenheit an? Foto: g-stockstudio–279289766/Shutterstock.com

Ob auf dem Rechner zuhause, auf der Spielekonsole oder unterwegs auf dem Tablet oder Smartphone - Videospiele sind längst salonfähig geworden.

 

Während vor knapp 30 Jahren noch alleine oder mit Freunden Zuhause gespielt wurde, geht der aktuelle Trend deutlich in Richtung Online-Spiele. Selbst große Gamedesign-Studios wie Electronic Arts haben diesen Trend erkannt und entwickeln fortlaufend neue Online-Games – was bezeugt, dass die Zukunft von Videospielen eindeutig Online ist.

Von LAN-Partys und Spieleabenden

In den späten 80er-Jahren fanden die ersten Spielekonsolen und Heimcomputer Einzug in die deutschen Wohnzimmer. Das „im Internet surfen“, so wie wir es heute kennen, war damals noch nicht möglich. Wollte man nicht alleine gegen den Computergegner spielen, mussten die Freunde einen besuchen oder man ist mit dem kompletten Rechner unterm Arm zu Freunden gefahren um sogenannte LAN-Partys zu veranstalten. Heutzutage ist das kaum vorstellbar: Um mit seinen Freunden zusammen zu spielen, muss man nicht einmal mehr Besuch empfangen oder das Haus verlassen. Die verwendete Technik hat sich stark geändert: Das Internet ermöglicht eine direkte Verbindung zum Computer des Freundes, ganz unabhängig davon, wo dieser sich befindet.

Soziale Gemeinschaft bleibt auf der Strecke

Sehr wenige Spieler nutzen den Offline-Mehrspieler-Modus bei Videospielen – nur zum Spielen trifft sich fast niemand mehr. Im Umkehrschluss führt das zu ganz neuen Spielkonzepten, die sogar eine Internetverbindung voraussetzen. In Online-Rollenspielen zum Beispiel, tummeln sich hunderte von Spielern auf einer riesigen Karte und bekämpfen sich gegenseitig oder bewältigen gemeinsam sogenannte Quests, in denen man einen Schatz finden oder ein Monster besiegen muss. In Spielen wie Battlefield schließen sich Spieler in Gruppen zusammen und treten dann gegen andere Gruppen und Mannschaften an. Allein die Spielermenge ist über einen einzelnen Computer oder Konsole nicht umsetzbar.

Online-Feature überall integriert

In der Zwischenzeit sind selbst konventionelle Spiele mit einem Online-Modus ausgestattet. In Gran Turismo 6 für die Playstation zum Beispiel, gibt es bis auf den obligatorischen Karriere-Modus auch einen Online-Mehrspieler-Modus, in dem man selbst eine Herausforderung gestalten kann oder an einer bereits bestehenden teilnimmt. Zusätzlich zu den im Spiel integrierten Inhalten, kann auf Online-Events Neues erspielt werden. Selbst klassische Computerspiele, wie Microsofts „Age of Empires 2“ von 1999, werden als Online-Versionen neu aufgelegt. Die Internetvertriebsplattform Steam hat mit der „Age of Empires 2 – HD Edition“ eine Version veröffentlicht, die erlaubt, das Spiel auf modernen, HD-fähigen Geräten zu spielen. Des Weiteren wurde das Spiel durch den Online-Modus erweitert, sodass man heute, im Jahr 2016, nicht mit dem Rechner unter dem Arm zu Freunden laufen muss um gegen sie im Spiel anzutreten.

Spieleklassiker im Netz

Jedoch werden in der Zwischenzeit nicht nur moderne Spiele auf das Onlinespiel ausgelegt und Netzwerk-Klassiker neu aufgelegt, sondern auch alte Brettspiele und klassische Casino-Spiele werden in Online-Varianten angeboten – oder sind zumindest onlinefähig. Gerade Spieleportale und Online Casinos boomen zurzeit. So gehört das Facebook-Spiel „Zynga Online-Poker“ zu den beliebtesten Online-Spielen überhaupt! Bei Online Spielen wird zwischen Client Games und serverseitigen Browserspielen unterschieden. Bei Browser-Games ist das Spiel unabhängig vom jeweiligen Rechner. Dadurch kann man sich durch jeden beliebigen Computer in das Spiel loggen und sofort losspielen – mit dem davor gespeicherten Spielstand natürlich. Bei den Client Games muss der Spieler einen Teil der Software runterladen und lokal abspeichern – der Computer lädt dann bei jedem Log-In lediglich die Spielstände und Aktualisierungen aus dem Netz. Das Spielprinzip bleibt jedoch gleich: Der User öffnet an seinem Computer Konsole, Browser oder Programm, durch dieses er dann online auf das eigentliche Spiel zugreifen kann.

Zeitlich eingeschränktes Spielen

Der größte Nachteil von Online-Spielen ist, dass das Spiel auch dann weiterläuft, wenn der Spieler gerade nicht am Rechner ist. Im Gegensatz zu konventionellen Videospielen dauern manche Spielschritte bei Online Spielen länger: Pflanzt man zum Beispiel beim beliebten Facebook-Spiel FarmVille etwas an, ist das in ein paar Stunden erst ausgereift – kommt man zu spät war’s umsonst und alles ist eingegangen – kommt man zu früh muss man warten. Ebenso bei Strategiespielen: Ein Gebäude beim Online-Strategiespiel Ultima Online zu errichten, kann teilweise mehrere Tage dauern – der User bleibt also zeitlich an das Spiel gebunden und muss sich zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder einloggen.

Verfehlte Zukunftsvision

In den 80er-Jahren glaubten die Menschen, dass das Leben im Jahr 2000 ausschließlich im Cyberspace stattfinden wird. Das Stichwort damals hieß Virtual Reality: Durch eine mit Bildschirm versehene Brille und Sensorik-Handschuhe, kann man in eine vollständige, virtuelle Welt eintauchen. Wie wir heute jedoch erkannt haben, ist nicht viel aus dieser Vorstellung geworden: Das reale Cyberspace, dass de facto existiert, nennt sich Internet. Statt durch spezielle Brillen und Handschuhe fungiert heutzutage ein Smartphone oder Tablet als Schnittstelle in die irreale Welt – und genau hier greifen die neuesten Entwicklungen ein.

Trend der Zukunft: Augmented Reality

Junge Frau taucht in eine virtuelle Welt ab

Augmented Reality setzt sich immer mehr durch. (Quelle: wavebreakmedia–345242141/Shutterstock.com)

Die nächste Generation von Smartphones und Tablets wird mit sogenannter Tiefenerkennung ausgestattet sein. Das sind Sensoren, die Abstände messen und somit Räume dreidimensional erfassen können. Mit dem Google Tango Tablet hat Google das erste Gerät dieser Art vorgestellt – ein konkreter Erscheinungstermin ist jedoch noch nicht bekannt. Durch das Erfassen eines Raumes, kann die Software des Gerätes dann Objekte in diese reale Umgebung implementieren. Das Funktionsprinzip solcher Programme ist gleich mit der CGI-Anwendung bei Filmen. Der Spieler wird in Zukunft zum Beispiel auf Verbrecherjagd im eigenen Zimmer gehen können. Die Entwickler von Magic Leap haben vor etwa einem Jahr in einem Teaser-Video ziemlich explizit gezeigt, wie so etwas aussehen könnte. In dem Video steuert der Spieler über Gesten das Spielemenü, bei Spielstart kommen dann über Portale Roboter, die man bekämpfen muss, in das eigene Zimmer oder Büro. Magic Leap ist unter anderem für die Spezialeffekte bei der „Herr der Ringe“-Trilogie und „King Kong“ verantwortlich.

„Ein wenig beängstigend“

Die Möglichkeiten, die durch die neuen Entwicklungen wie das Google Tango Tablet entstehen, sind unbegrenzt. Bislang konnte man bei Spielen – ob am Computer, Smartphone oder PC – lediglich über den Bildschirm in die Spielwelt eintauchen. Diese war dadurch auch klar von der Realen abgegrenzt. Durch die neuen Technologien verschwimmen diese Grenzen – und dass so gut, dass sich die reale von virtuellen Welt kaum noch unterscheiden lässt. Ein wenig beängstigend ist das schon.

 

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