Schwerer Bandendiebstahl 160.000 Euro Schaden: Kopf der Einbrecherbande ist geständig

Geständig: Liridon S. (27) ist der Kopf einer Einbrecherbande gewesen. Foto: Petra Schramek

Einer der Köpfe der Bande steht seit gestern vor Gericht. Der 27-Jährige aus dem Kosovo soll einen Schaden von 160 000 Euro angerichtet haben. Er ist geständig.

 

München - Zwei Monate lang machte die Bande von Einbrechern im Spätsommer und Herbst 2017 Südbayern unsicher. Von Günzburg bis Ebersberg brachen die Männer in Häuser ein, durchsuchten diese und ergriffen dann mit dem gefundenen Bargeld, Schmuck und Münzen die Flucht.

Einer von ihnen, der 27-jährige Kosovare Liridon S., sitzt seit gestern auf der Anklagebank des Landgerichts. Der Vorwurf: Wohnungseinbruchsdiebstahl und schwerer Bandendiebstahl. Und Sachbeschädigung: Bei ihren Einbrüchen schlugen die Männer Fenster ein oder hebelten Türen und Fenster auf. Um ihre Fußspuren zu verwischen, verschütteten die Einbrecher zudem noch Flüssigkeiten wie Saft, Milch, Wein oder Putzmittel. Der angerichtete Schaden in den Häusern wird allein für Liridon S. auf knapp 50 000 Euro geschätzt. Sein Anteil am Beuteschaden ist noch größer: über 110 000 Euro.

50.000 Euro Beuto nach Einbruch in Bad Wörishofen

Besonders große Beute machte die Bande am 27. September 2017 in einem Haus in Bad Wörishofen. Gemeinsam mit einem Komplizen hatte Liridon S. per Kittfalzstechen – mit einem Schraubendreher wird in den Kitt des Fensters gestochen und so die Scheibe präzise gebrochen – ein Fenster des Anwesens aufgehebelt.

Das Einbrecher-Duo fand zwar nur 40 Euro Bargeld, dafür aber Schmuck, Spardosen, Geldkassetten und zwei Flaschen Champagner. Gesamtwert der Beute: knapp 50 000 Euro. Dazu kommt noch einmal ein Schaden von 3000 Euro für das Fenster. Für die Ankläger spielte der 27-Jährige sogar eine Führungsrolle in der Bande. Er entschied laut Anklageschrift gemeinsam mit einem anderen Komplizen, wo die Bande zuschlagen sollte. Und er sackte auch einen Großteil der Beute ein. (Lesen Sie auch: Angeklagt in 33 Fällen: Einbrecherbande vor Gericht)

Sein Verteidiger Nico Werning verliest für den Angeklagten eine kurze Erklärung: Die Taten werden eingestanden. Nachfragen unerwünscht.

Das ist über das Privatleben des Angeklagten bekannt

Stattdessen gibt Werning einen ebenfalls sehr kurz gehaltenen Abriss der bisherigen Vita seines Mandanten, der zuletzt bei der Post einen Job hatte. Und noch eine Frau hat. Mit ihr will Liridon S. seine Beziehung nach der Haft fortsetzen. Ihre sechsjährige Tochter aus einer vorherigen Beziehung sei wie ein eigenes Kind für ihn.

Ob die Frau denn nach wie vor zu ihm stehe, will der Vorsitzende Richter Gilbert Wolf wissen. Liridon S. nickt. Und wird nur wenige Minuten später bestätigt. Mit etwas Verspätung nimmt die Frau im Zuschauerraum Platz. Er winkt ihr kurz zu und lächelt.

 

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