Ein Wochenende mit...Julia Koschitz Pläne mit dem Skorpion

Am Samstag trifft sich die Schauspielerin Julia Koschitz gerne mit Freunden bei Fräulein Grüneis auf ein verspätetes Frühstück. Foto: Daniel von Loeper

Jeden Freitag erzählt in der AZ ein bekannter Münchner von seinem Wochenende. Heute ist das die Schauspielerin Julia Koschitz.

Mein Wochenende fängt meistens mit Ausschlafen an. So bis neun, halb zehn – je nachdem, wo ich am Freitagabend noch versumpft bin. In München gibt es ja viele schöne Ausgeh-Möglichkeiten. Ein richtiges Lieblingslokal habe ich zwar nicht, aber das Nomiya in Haidhausen, das Baader-Café im Gärtnerplatzviertel oder der Mariannenhof bei mir im Lehel – da bin ich schon oft und gern.
 
Den neuen Tag beginne ich dann ganz langsam mit einer Zeitung und viel Kaffee. Danach treffe ich mich vielleicht mit einer Freundin oder einem Freund auf ein spätes Frühstück im Fräulein Grüneis am Eisbach, oder im Fortuna-Café in Haidhausen. Als Radfahrerin bin ich da flexibel.
 
Danach gehe ich diesen Samstag vielleicht ins Haus der Kunst – oder in die Villa Stuck, da gibt es eine Ausstellung mit dem Namen „Der Stachel des Skorpions", die interessiert mich. Wäre gut, wenn ich mir das fest vornehme, weil ich zu den Menschen gehöre, die sich meistens am letzten Tag mit vielen anderen noch in die Ausstellung quetschen. Ich weiß auch nicht, warum das so ist, immer alles auf den letzten Drücker.
 
Danach würde ich gerne eine Runde im Englischen Garten laufen gehen. Bis vor zwei Jahren habe ich in Untergiesing gewohnt und es geliebt, an der Isar zu joggen. Damals hätte ich mir nicht vorstellen können, jemals im Englischen Garten laufen zu gehen, weil es dafür einfach immer zu voll ist – an schönen Tagen vor allem. Mittlerweile tue ich es doch, halt antizyklisch, meistens am frühen Abend, da finde ich es  ganz wunderbar.
 
Und am Abend würde ich mir gerne „Labor Day“ anschauen, den neuen Film mit Kate Winslet. Wäre schön, wenn der im City-Kino läuft, das ist mein Lieblings-Filmtheater. Die haben immer ein tolles Programm – und danach kann man in der Filmwirtschaft bei einem Wein noch über den Film reden. Vielleicht gehe ich aber auch in die Kammerspiele, da gibt es momentan einige Stücke, die ich gerne sehen würde. Ich habe immer so Phasen, im letzten Jahr war ich oft im Residenztheater, weil ich neugierig war, was Martin Kusej gerade macht. Jetzt sind wieder die Kammerspiele dran, die ich wirklich sehr schätze. Da kann man danach direkt ins Blaue Haus und dann – wenn der Abend länger wird – rüberwechseln in die Goldene Bar im Haus der Kunst. 
 
Und am Sonntag fahren wir, wenn das Wetter passt, mit dem Rad zum Starnberger See raus. Das ist eine schöne Strecke von mir aus, weil ich sofort an der Isar bin und dann eigentlich nur noch im Grünen fahre. Da hat man gleich so ein „Draußen-Gefühl". Gut zwei Stunden, schon ist man da. Dort setze ich mich dann wahrscheinlich mit „Nacht ist der Tag“ ans Ufer, dem neuen Buch von Peter Stamm, ein Autor, den ich unglaublich gerne lese.
 
Und wenn das Wetter hält, würde ich gerne mal wieder abends mit Freunden an die Isar zum Picknicken gehen. Ich wohne jetzt seit fast zwölf Jahren in München. Ich habe schon meine Eingewöhnungszeit gebraucht, aber mittlerweile lebe ich wahnsinnig gerne hier, ich war auch noch nie so lange an einem Ort. Und mitten in der Stadt gleich im Grünen sein zu können und an der Isar zu picknicken, das ist schon so ein kleines Detail, das ich an München sehr mag.  Und wenn es wieder warm genug ist, gehe ich nachts noch „schwimmen“. Ich hab's ja kaum geglaubt, dass man in der Isar entspannt baden kann – bis ich dann vergangenes Jahr selbst mal reingesprungen bin. Sehr zu empfehlen.
 
Protokoll: Florian Zick
 
 

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