Ein Wochenende mit...Dieter Reiter Der Bob Dylan von Sendling

Dieter Reiter hofft, das bald der Frühling kommt. In seiner Freizeit geht er nämlich gerne an der Isar spazieren. Foto: Daniel von Loeper

Hier erzählen bekannte Münchner von ihrem Wochenende. Heute: der Wiesn-Chef und Bürgermeisterkandidat Dieter Reiter

 

Ich versuche immer, mir einen Tag des Wochenendes arbeitsfrei zu halten. Das habe ich mir fest vorgenommen – und es klappt meistens auch. Das braucht man einfach: zum Nachdenken, zum Erholen, für die Familie.

Dieses Wochenende habe ich allerdings komplett frei. Ich habe mir nämlich heuer die Woche nach Ostern Urlaub gegönnt. Was ich da unbedingt machen will: die Karikaturen-Ausstellung von Dieter Hanitzsch im Stadtmuseum anschauen. Meine Frau und ich waren zwar bei der Eröffnung eingeladen, aber es war so voll, dass wir die Bilder gar nicht in Ruhe anschauen konnten. Und das wollen wir auf jeden Fall nachholen. Außerdem ist das Stadtmuseum immer einen Besuch wert.

Am Samstagabend wollen wir mit Freunden zum Essen gehen. Wir sind gerne im Amalfi am Partnachplatz. Das ist ein italienisches Lokal, in dem man gemütlich sitzen und sich unterhalten kann. Ich mag Pizza und Pasta gleichermaßen, das ist ein bisschen mein Problem. Am Sonntag versuche ich deshalb zum Ausgleich einen sportlichen Tag einzulegen. Meine Frau Petra (50) und ich gehen schon in der Früh schwimmen. Wir wohnen beim Harras, da sind es nur fünf Minuten zu Fuß ins Südbad. Schwimmen ist für mich zwar eher Körperertüchtigung als reine Freude, Badminton oder Tischtennis machen mir mehr Spaß. Aber Schwimmen ist einfach ein guter Ausgleichssport, da muss man keine Angst haben, dass man sich den Knöchel verstaucht oder einem danach das Kreuz wieder weh tut.

Und jetzt hoffe ich, dass das Wetter besser wird, damit man an der Isar spazieren gehen kann und mein häufiges Pendeln zwischen dem Büro am Stachus und dem Rathaus wieder vergnüglicher wird. Ich muss zugeben: Die Sonne fehlt mir schon. Selbst wenn ich in einer Besprechung bin, ist es mir lieber, wenn draußen die Sonne scheint. Da bin ich gleich besser drauf.

Ansonsten versuchen wir, am Wochenende immer ausgiebig zu frühstücken – gerade letzte Woche an Ostern mit der ganzen Familie. Da sitzen dann vier Generationen am Tisch: von der Oma über unsere drei Kinder bis hin zu unseren beiden dreijährigen Enkeltöchtern. Wir ratschen dann zwei, drei Stunden. Es gehört für mich zum Wochenende einfach dazu, von den Kindern etwas zu hören.

Danach bekommt mein Umfeld auch ab und zu was von mir zu hören. Ich greife gerne mal zur Gitarre, da müssen meine Frau und die Nachbarn dann durch. Mit der E-Gitarre versuche ich mich dann an Mark Knopfler und den Dire Straits, aber auch an den Toten Hosen. Ich habe da ein ganz buntes Potpourri. Und mit der akustischen Gitarre spiele ich Leonard Cohen, Eagles, Bob Dylan–so die Klassiker. Beschwert hat sich noch nie jemand, am Wochenende halten die Nachbarn das schon mal eine Stunde aus.

An einem freien Abend gehe ich auch gerne mal ins Kino, meistens ins Kino Solln, da ist alles noch ein bisschen kleiner. Begeistern kann ich mich für die Filme von Marcus H. Rosenmüller, der ist einfach sensationell. Von dem habe ich eigentlich jeden Film gesehen. Und zuletzt sein tolles Singspiel auf dem Nockherberg – grandios.
Am Wochenende will ich wieder mehr lesen. Keine Protokolle oder Sitzungsunterlagen, das mache ich ja unter der Woche schon genug. Die literarische Qualität dieser Werke ist meist auch überschaubar. Ich will wieder mehr Bücher lesen, zum Beispiel eines, das mir der Sparkassen-Chef Harald Strötgen empfohlen hat: „1913: Der Sommer des Jahrhunderts” von Florian Illies.

Da geht es um die Geschichte Deutschlands vor dem Ersten Weltkrieg. Das Buch ist spannend, weil es die damalige Stimmung in Deutschland beschreibt und man durchaus interessante Parallelen zur heutigen Situation erkennen kann. Unter der Woche am Abend habe ich leider meist keine Energie mehr, so ein Buch zu lesen. Das bleibt eben überwiegend dem Wochenende oder dem Urlaub vorbehalten. Protokoll: Florian Zick

 

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