Ein Wochenende mit...Antoine Monot Big Bang vorm Bettgehen

Wenn er unter Leute will, geht der Schauspieler Antoine Monot ins Schumann's am Odeonsplatz. Dort kennt man seine Standardbestellung schon: Ein Pils und ein Glas Eiswürfel dazu. Bier, findet, Monot, schmeckt nur eiskalt richtig gut. Foto: Petra Schramek

Hier erzählen bekannte Münchner von ihrem Wochenende. Heute: der Schauspieler Antoine Monot.

 

Ich bin am Samstag in Köln bei der standesamtlichen Trauung einer Freundin von mir – und zum Leidwesen aller Beteiligten findet ausgerechnet an diesem Abend das Finale der Champions League statt.

Der Termin beim Standesamt steht schon seit Monaten. Und natürlich wünschen sich die Herrschaften keine Fußball-Hochzeit. Die haben darum gebeten, dass man das Spiel nicht auf seinen Tablets guckt. Aber die Frage ist schon: Wie geht man damit nun um? Der Vorschlag war, dass man erst feiert und dann die zweite Hälfte des Spiels gemeinsam anschaut.

Ob das die richtige Wahl ist, wird sich erst an dem Abend herausstellen. Denn das Schlimmste, was bei dieser Konstellation passieren kann, ist: ein Wahnsinns-Spielstand zur Halbzeit und dann keine Tore mehr, alle ausgepowert. Ich werde deshalb vermutlich schon in der ersten Hälfte ein paar Mal auf die Toilette müssen.

Auf jeden Fall weiß ich, dass dieser Samstag einer der schrecklichsten Tage in meinem Leben wird. Ich werde Anna (22) zu der Hochzeit mitnehmen, meine Partnerin. Als wir uns kennengelernt haben, habe ich ihre Frage, ob ich mich für Fußball interessiere, verneint. Da hat sie zwar mit „Gott sei Dank” reagiert, aber eigentlich ist sie der größere Fußballfan von uns beiden. Und sie wird mir natürlich an die Gurgel springen, wenn in Wembley Außergewöhnliches passiert.

Am Sonntag fahren wir dann wieder zurück – mit dem Zug, das geht in ungefähr vier Stunden. Ich werde dann diesen Hartschalensitz etwas nach hinten klappen und ein Nickerchen machen, das mache ich im Zug oft – wobei ich gerne schnarche. Das kriegt dann oft so ein ganzer Großraumwagen mit.

Für den Sonntagabend könnte ich mir vorstellen, dass wir uns in der Augustenstraße bei mir in der Maxvorstadt in das I love leo setzen. Ein Frozen Yoghurt kurz vor Sonnenuntergang – herrlich. Oder wir bestellen uns was Asiatisches, am liebsten beim Master Asia Wok in der Einsteinstraße. Und danach irgendwann herrlich einschlummern. Da hilft „TNT Serie” ganz gut, der Pay-TV-Sender. Da schaue ich „Seinfeld”, „How I Met Your Mother”, „Big Bang Theory”–das ist für mich der Inbegriff eines gemütlichen Sonntagabend.

Da ich beruflich viel unterwegs bin, muss ich es an einem Wochenende nicht unbedingt krachen lassen. Ich verbringe meine Freizeit lieber zurückgezogen mit meiner Partnerin oder meiner Familie. Ich habe nicht den Drang, jetzt endlich mal raus in die Berge oder an den See zu fahren. Wenn ich unter Menschen sein will, dann verbringe ich gerne einen Abend im Schumann’s am Odeonsplatz. Das Roastbeef-Brot dort ist ein Traum. Danach gehe ich gerne noch ins Roy am Sendlinger Tor, das ist auch ein herrlich verrückter Laden.

Zudem residiert der weltbeste Inder hier in München, das Swagat am Prinzregentenplatz. Die Atmosphäre dort ist ein bisschen absurd: Man geht in einen Keller runter, ein fensterloser Raum, alles zugehängt mit Tüchern – und es laufen immer acht, neun Kellner herum. Aber es ist eines der wenigen Lokale in München, das selbst an einem Montagabend gerappelt voll ist.

Ich esse da immer Chicken Jalfrezi, das ist, glaube ich, die 61. Wenn ich unterwegs bin, probiere ich gerne immer wieder ein indisches Restaurant aus, aber ans Swagat kommt nichts ran.

Und wenn ich frühstücken gehe, dann gerne zum Käfer in der Prinzregentenstraße. Ein paar Weißwürste und die Hautevolee an sich vorbeidefilieren sehen, das macht viel Freude. Was da an Managergehältern umherwandelt, in Form von Jacken, Taschen und Pelzen. Ich habe mir sagen lassen, das sei nur noch zu toppen, wenn man am Samstag vor Weihnachten dort ist, da wird dann noch mehr aufgefahren.

Protokoll: Florian Zick

 

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