Ein Wochenende mit... Andrea Querchfeld Rockin' über München

 Foto: Petra Schramek

Hier erzählen Menschen der Stadt, was sie am Wochenende vorhaben: Andrea Querchfeld will am Samstag sehr lange feiern.

Die Münchnerin (50) organisiert Ü40-Partys und ist freischaffende Künstlerin. Sie lebt mit ihrem Mann, einem Hund und vier Katzen in Possenhofen.

"Dieses Wochenende wird besonders:Die Ü40- Rockparty rock44, die mein Mann Norbert und ich zweimal im Monat organisieren, wechselt für diese Party die Location. Sonst haben wir an jedem ersten und dritten Samstag im Monat im Babalu gefeiert, aber diesen Samstag probieren wir was Neues aus: Die Skylounge am Leuchtenbergring. Alles ist schick in weiß gehalten, vom 14. Stock aus hat man einen tollen Blick über München.

Hier haben wir mehr Platz, zu unseren Rockklassikern spielen wir in der zweiten Area Pop gemischt mit Rock. Ich bin sehr gespannt, wie das wird und ein bisschen nervös. Ich hoffe, Norbert und ich kommen um 5 oder 6 Uhr morgens fix und fertig, aber glücklich heim nach Possenhofen.

Dann gehen wir den Rest des Wochenendes natürlich ruhiger an, vielleicht fahren wir raus mit dem Segelboot. Und wir gehen viel mit unserer Labradordame Cina spazieren, die vier Katzen laufen hinterher an den See. Langsam wissen wir schon gar nicht mehr, wo wir in den Urlaub hinfahren sollen, immer finde ich verletzte und ausgesetzte Tiere und nehme sie mit. Nach dieser Party haben wir Sommerpause bis Anfang September – dieses Jahr fahren wir dann mal Richtung Norden.

Essen gehen wir gern in dem kleinen Italiener Simpatico in Starnberg, im Sommer sitzen wir im Biergarten in Tutzing. In München in der Zielstattstraße hat die Münchner Haupt einen netten Biergarten, da gehe ich oft mit meinem Sohn hin.

Norbert arbeitet unter der Woche, das Wochenende gehört uns. Oft gehen wir tanzen. Bei uns draußen gibt es das Undosa, aber das ist nicht ganz meins: Ich liebe die Musik aus unserer Jugend.

Eigentlich hatte ich mit dem Thema Männer abgeschlossen. Ich habe acht Jahre allein gelebt, nachdem mein Lebensgefährte an Leukämie gestorben ist. Gleichzeitig wurde ich aus meinem Job gemobbt. Keine einfache Zeit. Ich gründete mit einem Bekannten eine Baufirma. Die musste ich aber vor ein paar Jahren schließen. Ein schwieriges Geschäftsfeld für eine Frau. Danach bin ich in ein ziemliches Loch gefallen.

Die Stadt war mir zu viel, zu laut, ich bin rausgezogen nach Possenhofen. Auch wenn es auf dem Land ein bisschen einsam war, allein. Mein Sohn, heute 27, ist in München geblieben.

Aber beim Segelstammtisch der „Münchner Singles“ ist mir einer aufgefallen, den fand ich gut. Und kurze Zeit später sind wir uns wieder begegnet, bei Gleis 26. Das ist eine Party in der Kantine am letzten Gleis vom Hauptbahnhof, jeden letzten Freitag im Monat, auch eine Party der Münchner Singles. Da haben Norbert und ich uns gesehen – und irgendwie war sehr schnell klar, das passt.

Auch bei unseren Partys lernen sich die Leute kennen, ich beobachte das immer wieder. Mit der Musik aus unserer Jugend kommt das unbeschwerte Lebensgefühl zurück. Ein Gast hat mal zu mir gesagt: Bei euch tanze ich, bis die Socken qualmen. Das fand ich süß. Unsere Gäste fühlen sich bei Ü30-Festen nicht mehr so wohl, manchmal kommen sogar Leute um die 70 und rocken mit. Das ist eine Arbeit, die man nicht vergleichen kann mit dem Angestellten-Dasein oder der Baufirma – so bereite ich Leuten eine Freude. Und da kommt ganz viel zurück."


 Skylounge, Dingolfinger Straße 7, Sa. ab 20.30 Uhr, Eintritt 6/8 Euro, ü40-party-münchen.de

 

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