"Ein unverfälschtes Stück Lebenskultur Münchens" Der Viktualienmarkt bekommt den Eckart-Witzigmann-Preis

„Ein Paradies für Genießer“, so die Jury, sei der Viktualienmarkt. Foto: ho

Neben Starköchen wird das Genießer-Paradies im Herzen der Stadt mit dem „Eckart“ ausgezeichnet, benannt nach Jahrhundertkoch Witzigmann.

 

Und der Gewinner ist: der Viktualienmarkt! Als allererste nicht natürliche Person bekommt die Münchner Genießer-Oase eine vielbeachtete internationale Ehrung. Dem Viktualienmarkt wird der Eckart-Witzigmann-Preis verliehen – der „Eckart“.

Diesen kulinarischen Ritterschlag erhielten bislang Küchenkünstler wie Marc Haeberlin, Ferran Adrià, Joël Robuchon, Dieter Müller oder Hans Haas. Außerdem wird jedes Jahr auch eine Persönlichkeit ausgezeichnet, die für „kreative Verantwortung und Genuss“ steht, wie zuletzt beispielsweise der britische Thronfolger Prinz Charles oder Simply-Red-Frontmann Mick Hucknall.

Wie passt da der Viktualienmarkt rein? In der Begründung der Jury, zu der „Jahrhundertkoch“ Eckart Witzigmann, ehemalige Preisträger und weitere Kulinarik-Experten gehören, heißt es: Der Viktualienmarkt sei „ein Paradies für Genießer mitten in München, ein lebendiger Handelsplatz und beliebter Treffpunkt für Fremde und Einheimische – und das seit 200 Jahren“. Da kann man nicht widersprechen.

Tohru Nakamura, Münchens Werneckhof-Küchenchef, Jury-Mitglied und Eckart-Preisträger von 2011, sagt der AZ: „Der Viktualienmarkt steht auch für Produktvielfalt und einzigartige Qualität. Der Eckart ist ein internationaler Preis, zukunftsorientiert und offen.“ Also ganz offensichtlich auch offen, nicht nur Personen auszuzeichnen. Beim Namensgeber des Preises, bei Eckart Witzigmann, leuchten die Augen, wenn er vom Viktualienmarkt spricht. „Das ist ein unverfälschtes Stück Lebenskultur Münchens, der Ort meiner Inspiration, ein Magnet für mich“, sagte er am Sonntag der AZ.

Und wir denken mit Freude daran zurück, wie wir Witzigmann schon selbst ein paar mal auf den Viktualienmarkt begleiten durften – wo er bekannt ist wie, pardon, ein bunter Hund, wo er mit geschultem Auge (und geschulter Nase) Früchte und Co. unter die Lupe nimmt, mit den Standlleuten fachsimpelt, zwischendurch ein Gläschen frisch gepressten Saft oder auch Rosé Champagner genießt, einkauft, plaudert, berät, lacht und sich einfach daheim fühlt.

Im Grunde also nicht weiter verwunderlich, dass das Genießer-Paradies jetzt offiziell preisgekrönt wird – mit dem „Eckart“. Verliehen wird dieser am 18. Oktober im Rahmen einer feierlichen Gala in München. Dann werden auch die drei anderen Preisträger, natürliche Personen und Küchen-Koryphäen, aus der Schweiz und den USA anreisen.

Wie bekommt der Viktualienmarkt seinen Preis verliehen? „Da müssen wir uns bei einer Nicht-Person natürlich etwas einfallen lassen“, sagt Witzigmann schmunzelnd: „Vielleicht kommt eine Abordnung von Standlbesitzern, mal schaun.“

 

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