Ein neues Stellwerk geht in Betrieb Pasinger Bahnhof für fünf Tage dicht

Hier werden Weichen gestellt: ein elektronisches Stellwerk. Foto: Daniel von Loeper

Ein neues Stellwerk geht in Betrieb
PASING Große Dinge werfen ihren Schatten weit voraus: Zwar ist es noch reichlich Zeit, aber die Bahn informierte gestern schon einmal über eine der größten Sperrungen der Geschichte. Wer vom Westen oder Norden München ansteuert, wird sich vier Tage lang auf eine längere Fahrzeit einstellen müssen. Hintergrund: Pasing bekommt ein neues elektronisches Stellwerk und dafür wird einer der größten bayerischen Bahnhöfe zwischen 12. und 16. August dicht gemacht.
78 Stunden geht dann auf den meisten Linien gar nichts mehr (siehe Kasten). Für S-Bahn-Fahrgäste wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Auch Regional- und Fernreisende aus Ingolstadt, Landshut und Lindau werden umgeleitet oder per Bus zu ihrem Fahrtziel gebracht. Details der Fahrplanplanung will die Bahn erst im Juli bekannt geben.
85 000 Fahrgästen passieren in 1200 Zügen jeden Tag den Pasinger Bahnhof. Die sollen dank neuer Technik pünktlicher an ihr Ziel kommen. 135 Millionen Euro investiert die DB in Pasing und errichtet hier eines der größten Elektronischen Stellwerke (ESTW) in Deutschland. 415 Signale und 230 Weichen zwischen Lochhausen und der Donnersbergerbrücke, zwischen Gauting und Obermenzing werden künftig von dem neuen Stellwerk aus bedient.
Die neue Technik ersetzt fünf alte Stellwerke. Volker Henschel, Leiter Produktion DB Netz Bayern ist von dem Nutzen überzeugt: „Wir nehmen viel Geld in die Hand um mit moderner Technik mehr Pünktlichkeit für die Bahnreisenden zu erzielen. Diese Investitionen an dieser Stelle nutzt ganz vielen Fahrgästen in Bayern.”
Der logistische Aufwand ist enorm: Über 300 Mitarbeiter der Herstellerfirma Siemens und der DB werden im August beschäftigt sein. Bis zu zehn Arbeitszüge kommen gleichzeitig zum Einsatz. In mehreren Phasen werden die alten Anlagen zurückgebaut und neue montiert oder angeschlossen. Alles muss überprüft werden, bevor die Elektronik Stück für Stück hochgefahren wird. „Dies erklärt den großen Zeitaufwand. Wir führen eine Art Operation am offenen Herzen durch", sagt Hentschel. 

 
 

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