Ein Monat bis zum Wiesn-Start Bier, Zimmer, Trends: Das bringt das Oktoberfest 2015

Das Oktoberfest startet in diesem Jahr am 19. September und dauert bis zum 4. Oktober. Foto: dpa

Einen Monat muss man noch warten, dann heißt es am 19. September wieder "ozapft is"! Wir liefern Ihnen einen Überblick über das Oktoberfest 2015.

 

München - Die Aufbauarbeiten auf der Theresienwiese laufen seit mehreren Wochen auf Hochtouren. Spätestens am 19. September sollten dann auch die letzten Schrauben sitzen. Schließlich will Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, natürlich nach möglichst wenigen Schlägen zum Anstich, die erste Maß Bier traditionell dem Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer überreichen.

Während draußen noch gehämmert wird, wird im Zelt schon geprostet. Mit der Vorstellung des offiziellen Wiesn-Maßkrugs haben sich am Dienstag Vertreter von Stadt, Wirten und Brauereien auf das Oktoberfest eingestimmt. Damit Sie wissen, was Sie bei der Wiesn 2015 erwartet, liefern wir Ihnen einen Überblick über das Oktoberfest 2015.

Keine Maß unter 10 Euro

Bereits seit Jahren gehört der Maß-Preis zu den Streitthemen schlechthin rund um das Oktoberfest. Auch heuer wurde dieser heftigst diskutiert. Grund: Während sich die meisten Wirte letztes Jahr scheinbar noch gedacht haben: „9,95 schaut weniger aus als 10“, sieht es dieses Jahr anders aus. Heuer geniert sich keiner mehr - erstmals wird es keine Maß in den Zelten für unter zehn Euro geben.

Genauer noch: Zwischen 10,00 und 10,40 Euro kostet die Maß Festbier heuer auf der Wiesn. Eine Übersicht über die Preise der einzelnen Zelte haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

Ein Zimmer zur Wiesn - 600 Euro bitte!

Aber nicht nur das Bier wird 2015 deutlich teurer. Wer zum Oktoberfest in die bayerische Landeshauptstadt kommt und nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen kann, muss meist teure Preise für eine Unterkunft bezahlen. Das Hotel-Vergleichsportal Check24 hat die aktuellen Preise für Übernachtungen während des Oktoberfests untersucht. Demnach gibt es einen Monat vor Wiesn-Beginn im weiteren Umkreis um die Festwiese kein einziges Zimmer unter 100 Euro pro Nacht mehr. Das günstigste verfügbare Zimmer kostete übrigens 114 Euro pro Nacht (Stand 05.08.2015) - wohlgemerkt 17 km entfernt von der Festwiese.

Eine günstigere Alternative können sogenannten Privatvermietungen darstellen. Dabei stellen Münchner einzelne Zimmer oder ganze Wohnungen zur Verfügung, um durch Untervermietung auch an der Wiesn zu verdienen. Doch Vorsicht: Das kann Folgen haben. Besitzt man für die Untervermietung kein Einverständnis des Vermieters und dieser bekommt die Untervermietung mit, kann er nach Abmahnung sogar fristlos kündigen!

Tisch im Zelt - (fast) nur mit Reservierung

Die Unterkunft ist bereits gesichert und auch der Bierpreis schreckt nicht ab? Dann nichts wie ab ins Festzelt! Kein langes Anstehen vor dem Zelt, keine nervige Platzsuche im Zelt und allgemein kein Stress beim Wiesn-Besuch. Das ist der Wunsch vieler Besucher; leider ist das jedoch nicht so einfach wie es klingt. Seit Monaten sind die Platzreservierungen vergeben, jedoch werden im Internet noch viele Tische angeboten - zu unglaublich hohen Preisen.

Normalerweise zahlen die Gäste für den Verzehr an einem Tisch zwischen 25 und 85 Euro, je nach Zelt - die Reservierung an sich kostet nichts. Im Netz werden jedoch Preise von 500 Euro verlangt - und das pro Platz! Ganze Tische für zehn Personen werden bei Ebay sogar für unglaubliche 4.200 Euro angeboten.

Aufgepasst: Als Bewohner der Landeshauptstadt konnte man sich in diesem Jahr erstmals über ein fast kostenloses Tisch-Kontingent nur für Münchner freuen. Wieso "fast kostenlos"? Bei den meisten Reservierungen mussten lediglich kleine Eurobeträge zwischen zwei und zehn Euro als Bearbeitungsgebühr oder Porto für den Bändchenversand gezahlt werden. Anders als bei allgemeinen Reservierung entfällt damit auch ein Mindestverzehr am Tisch.

Wer sich bisher keinen Tisch gesichert hat wird wahrscheinlich einen anderen Weg wählen müssen: Früh aufstehen und ab zur Wiesn - und dann mit tausenden Menschen für einen Platz anstehen.

Lesen Sie auch: Wirte sind sauer - Ärger wegen Wiesn-Wucherpreisen im Internet

Autofahren trotz Biergenuß?

Nach dem Wiesn-Besuch wartet bereits die nächste Hürde. Die Anreise zur Wiesn ist das eine, die Abreise vom Festgelände jedoch etwas ganz anderes - vor allem, wenn man während dem Besuch ein, zwei oder mehr Maß getrunken hat. Vertraut man auf Bayerns ehemaligen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU) alles kein Problem: "Wenn man die zwei Maß in sechs, sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, ist Autofahren noch möglich", erklärte dieser 2008.

Empfehlenswert ist dieser Vorschlag jedoch keinesfalls. Besser und deutlich sicherer für den Straßenverkehr ist es, mit dem Taxi oder den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Dann kommt man erst gar nicht in Verlegenheit, die Frage nach der magischen Grenze von 0,5 Promille zu beantworten.

Wieviel Promille sind eigentlich vier Bier?

Aber wie schnell wird diese Promille-Grenze eigentlich überschritten? Einer der beliebtesten Schnelltests auf dem Festgelände wird von den sogenannten Promille-Mädels ("Promilla") und ihren Alkomaten geliefert. Für wenige Euro bekommt man in kurzer Zeit eine Promille-Zahl geliefert.

Alternativ kann man auch mit unserem Promille-Rechner einen ersten Überblick erhalten, welchen Blutalkohol-Spiegel die Maß Bier (oder der Konsum anderer alkoholischer Getränke) verschafft. Und wie viele Stunden Sie warten müssen, bis sich der Alkohol im Blut abgebaut hat. Den Test finden Sie hier.

Weißwurst-Leberkäs und Biereis

Wem Bier, Hendl und Zuckerwatte zu langweilig sind, kann sich heuer auch auf eine Palette neuer Angebote freuen. Vor allem bei den Spezialitäten greifen Gastronomen und Standlbesitzer tief in die Ideenkiste: Es gibt Weißwurst-Leberkäs, Biereis, Zuckerwatte in Blumenform - und für Diabetiker mit Birkenzucker gebrannte Cashew- und Macadamia-Nüsse, wie Wiesnchef Josef Schmid (CSU) bereits im Vorfeld des Oktoberfests ankündigte.

Daneben wird es auch ein reichhaltiges Angebot an veganen Speisen auf dem traditionell fleischlastigen Fest geben. Mehr zu den Neuheiten auf dem Oktoberfest 2015 können Sie hier lesen.

Trachten-Trends: Weniger Glitzer, mehr Tradition

Anders als so mancher Tourist, der schon einmal mit skurrilen "Trachten" über das Wiesn-Gelände spaziert, achten vor allem Einheimische auf das perfekte Wiesn-Outfit. Bei der Dirndl-Optik dominierten in den letzten Jahren vor allem Glitzer, Perlen, Kristalle. Heuer heißt es dagegen "Weniger ist mehr" - so könnte man zumindest das Motto der diesjährigen Trachten-Trends beschreiben.

Dabei bedeutet "weniger" jedoch nicht, dass die Dirndl immer kürzer werden, sondern eher eine Rückkehr zu den Basics. Schlichter ist in! Und wie sieht es bei den Herren aus? Die Männertrachten sind in den letzten zwei Saisons modischer geworden, die Schnitte etwas taillierter.

Hier noch ein Kleiner Tipp für unsere Leserinnen: Sie sind auf der Suche nach dem passenden Style - wie liefern ein Tutorial für die perfekte Wiesn-Frisur:

Anwohner erkunden das Oktoberfest-Areal

Vor dem Start des Oktoberfests war die Theresienwiese in den vergangenen Jahren meist eine kleine geheime Zone. Lediglich Mitarbeite und Pressevertreter konnten vorab einen Blick auf das Gelände werden. Sonst wurde versucht möglichst keine Einblicke zu ermöglichen.

Heuer erhalten speziell Anwohner rund um das Festgelände die Möglichkeit einen Blick zu erhaschen. So gibt es für diese extra Führungen über die Fläche an der Theresienwiese - natürlich mit Helm und Sicherheitswesten, schließlich handelt es sich trotzdem um eine Baustelle, eine große Baustelle.

Zum Festzelt bitte hier entlang!

Wenn es Mitte September schließlich o'zapft is' und sich Hunderttausende auf der Theresienwiese tummeln, kann's schon unübersichtlich werden. Wie jedes Jahr hat die Stadt deshalb wieder einen Wiesn-Übersichtsplan herausgegeben - besser gesagt zwei.

Neben einem groben Übersichtsplan mit Nahverkehrsanbindungen, den großen Festzelten, dem Service-Zentrum und einer Straßen-Übersicht liefert die Stadt auch einen detaillierten Übersichtsplan mit Zelten, Schaustellern, Fahrgeschäften, Schmankerl-Ständen, Toiletten, Geldautomaten, und, und, und - und das vor allem ganz genau eingezeichnet.

Jetzt heißt es allerdings noch abwarten - einen Monat, um ganz genau zu sein - bis am 19. September das größte Volksfest der Welt im Herzen Münchens seine Pforten öffnet.

 

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