Ein Festival für Kent Nagano in Ingolstadt Vorsprung durch Musik

Kent Nagano war von 2006 bis 2013 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper Foto: W. Hösl

Kent Nagano dirigiert beim neuen Festival "Vorsprung" im kommenden Sommer Chorwerke von Mahler und Dvorák in Ingolstadt

 

Schuld ist eigentlich der emeritierte Papst Benedikt. 2013 gastierte das Bayerische Staatsorchester unter Kent Nagano im Vatikan. Gespielt wurde neben Bruckners Neunter auch dessen „Te Deum“ – gesungen von der Audi Jugendchorakademie.

Nagano hat den Chor seitdem ins Herz geschlossen. Es handelt sich dabei um kein festes Ensemble, sondern einen 2007 gegründeter Projektchor für junge Musikbegeisterte zwischen 16 und 27 Jahren. Sie werden nach einem Vorsingen ausgewählt. Geleitet wird er von Martin Steidler, einem exzellenten Chorpädagogen und Professor der Münchner Musikhochschule.

Die Audi Jugendchorakademie bildet das Herz eines neuen Festivals im Festival, das der ehemaligen Bayerische und designierte Hamburgische Generalmusikdirektor für vorläufig drei Jahre prägen will. Es nennt sich „Vorsprung“ - durchaus in Anspielung auf einen bekannten Werbespruch und ist Teil der traditionellen Audi Sommerkonzerte in Ingolstadt.

Nagano, so ist man es von ihm gewöhnt, hat die drei zentralen Konzerte dramaturgisch eng verzahnt. Am 10. Juli 2014 dirigiert Nagano Gustav Mahlers Symphonie Nr. 2, die Auferstehungssymphonie. Drei Tage später folgt im Festsaal des Stadttheaters Dvoráks „Requiem“. Das Orchester beider Werke ist die Tschechische Philharmonie, die am 16. Juli ebenfalls unter Nagano die Cello-Performance „Up-close“ von Michael van der Aa und Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 mit Rudolf Buchbinder aufführen wird.

Nagano, der sein Dirigieren stets als Teil einer sozialen Verantwortung begreift, versteht die Zusammenarbeit als „Investition in die Zukunft der Gesellschaft“. Und wer den Chor in seiner Frische und Lebendigkeit einmal erlebt hat, wird ihm gern beipflichten. Schon am 16. März singt die Audi Jugendchorakademie Bachs Matthäuspassion im Herkulessaal – ohne Nagano, aber unter ihrem Gründer Martin Steidler.

Auch der Rest des Ingolstädter Musiksommers lockt: Piotr Beczala eröffnet die Reihe am 25. Juli mit einem Arienabend, am 1. Juli gastiert der exzentrische Cameron Carpenter mit seiner Digitalorgel und die Salzburger Festspiele schauen mit Händels „Israel in Egypt“ unter Thomas Hengelbrock vorbei.

Vorverkauf ab 27. Januar unter www.sommerkonzerte.de und unter Telefon 0841 / 95 91 95 91

 

0 Kommentare