Ein Farbtupfer im Westen Das sind die Pläne für den Terrakotta-Block in Laim

Der aktuelle Entwurf: einheitliches Fensterformat, ein Stockwerk höher. Foto: Steidle Architekten

Am Kreisel in Laim entsteht ein Terrakotta-Block mit 217 Wohnungen, einer Kinderkrippe und Geschäften. Er soll ein charmanter Farbtupfer im Vergleich zu den meisten Gebäuden am Laimer Kreisel sein.

 

Laim - Es ist ein dickes Haus. Bald wächst es im Münchner Westen in die Höhe. Für die große Verkehrskreuzung Landsberger Straße / Ecke Fürstenrieder Straße hat das Büro Steidle Architekten einen außergewöhnlichen Wohnblock entworfen, 170 Meter lang.

Besondere Kennzeichen: Seine Bogenform und die kräftige Erdfarbe – in einem hellen Ziegelrot, wie man es von Blumentöpfen kennt – und das an italienisches Terrakotta erinnert. Direkt am Laimer Kreisel wird das markante neue Mietshaus gebaut: mit über 200 Wohnungen, Kinderkrippe und 222 Plätzen in der Tiefgarage.

"Das Haus ist kein monotoner Block. Wir kombinieren die bogenförmige Großform mit flächigen Erkern", erklärt Architekt Martin Klein seinen Entwurf. In den roten Bogen ziehen unten Geschäfte. Darüber entstehen 217 Wohnungen in allen Größen: 157 davon sind Mietwohnungen, der Rest wird 2020 als Eigentumswohnung verkauft. Ende letzten Jahres hatte der Architekt sein Gebäude erstmals der Stadtgestaltungskommission im Rathaus vorgestellt. Sein Erst-Entwurf hatte eine frei und aufgelockert wirkende Fassade. Der Clou dabei: Fenster in drei unterschiedlichen Größen.

Terrakotta-Block in Laim: Der Erst-Entwurf war zu unruhig

Den Fachkollegen im Rathaus war so eine lebendige Fassadengestaltung gegenüber der stark frequentierten Laimer Unterführung jedoch "zu unruhig". Mit gleichen Worten hatten die Architektur-Experten der Stadtgestaltungskommission im Rathaus kürzlich ebenfalls über den Erst-Entwurf für ein futuristisch-verdrehtes Hochhaus in der Ridlerstraße geurteilt.

In mehreren Punkten sollte der Münchner Architekt Klein sein Gebäude für Laim verändern. Gefordert war beispielsweise die "Reduzierung der Fensterformate". Dafür sollte das Haus in der Höhe ein Stockwerk dazugewinnen. Der nun achtstöckige, moderater wirkende Bau (mit nun einheitlichen Fenstern) habe "etwas von seiner Bizarrheit verloren", konstatierte ein Gremiumsmitglied in der letzten Sitzung der Stadtgestaltungskommission.

Architekt Martin Klein kann mit der geforderten Überarbeitung gut leben: "Ich sehe das nicht negativ. Die Fachkollegen haben nicht verstanden, warum das Gebäude so viele unterschiedliche Aspekte zeigt. Das Projekt ist insgesamt besser geworden", meint er.

Zum jetzigen Zeitpunkt wirken die meisten Gebäude um den Laimer Kreisel allerdings grau. "Bis auf den schönen Laimer Würfel mit den messingfarbenen Fassadenblechen", sagt Martin Klein. Mit diesem modernen Würfel soll sein neuer massiver Terrakotta-Block in der Landsberger Straße 293 harmonieren.

 

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