Ein Dolmetscher beim TSV 1860 Dieser Mann übersetzt für Osako

Der neue Dolmetscher Kim Dämpfling Foto: Filippo Cataldo

Der TSV 1860 München hat einen Dolmetscher für seinen neuen Stürmer Yuya Osako gefunden. Allerdings ist es nicht der, der noch bei der Vorstellung übersetzt hatte.

 

München - Es gibt Karrieren, die kann man so wohl nur beim TSV 1860 machen. Am Montag war Kim Dämpfling aus Nürnberg angereist, um im Auftrag der japanischen Sport-Zeitung „The Hochi Shimbun“ Yuya Osakos Ankunft am Flughafen und seinen ersten Tag bei 1860 zu begleiten. Als Dämpfling am Dienstag die Grünwalder Straße wieder verließ, war er der Dolmetscher des neuen Löwen-Stars.

Vom Reporter zum Eingewöhnungshelfer in weniger als 24 Stunden, so schnell kann’s gehen.

„Das kam jetzt ein wenig überraschend“, sagte Dämpfling der AZ. Erst am Montag hatte er Berthold Nickl, der Osako in München für die Agentur Pro Profil beraten wird, am Flughafen beim Warten auf Osako kennen gelernt.

Dämpfling, ein studierter Japanologe, ist vom Fach. 2012 unterstützte er Takashi Inui während dessen ersten Monaten in Frankfurt, half dem Mittelfeldspieler bei Behördengängen, übersetzte die Ansprachen von Trainer Armin Veh und saß sogar mit auf der Bank.

Und bei 1860? Trainer Friedhelm Funkel hat sich noch nicht entschieden, ob er einen Dolmetscher in der Kabine dabei haben will. Grundsätzlich könne man sich viel mit Händen und Füßen und an der Taktiktafel verständigen, so das Credo des Trainers. Für die Anfangszeit sei ein Dolmetscher aber sinnvoll. „Die Sprachbarriere ist schon sehr groß. Yuya spricht auch kaum Englisch. Und Japaner sind noch dazu sehr in sich gekehrt und ruhig, da kann ein Dolmetscher am Anfang schon helfen“, sagt Dämpfling. Wie lange der Franke bei Osako bleibt, hänge auch ab, wie gut die beiden sich verstünden. „Länger als ein halbes Jahr halte ich aber nicht für sinnvoll“, sagt Dämpfling, „danach sollen die Spieler auf eigenen Beinen stehen können“.

 

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