Ein Chip als Flop Neuer Personalausweis: Der ungeliebte Ausweis

Klein, handlich, teuer - der neue "Perso" kommt nicht an. Quelle: Unbekannt

Nur jeder Dritte nutzt die neue elD-Funktion. In München ist sie ohnehin nutzlos - die Stadt bietet noch keinen elektronischen Service

 

Er ist kleiner, teurer, hat einen Chip - und ist ein Flop. Der neue elektronische Personalausweis kommt nicht an. Seit seiner Einführung vor zwei Jahren haben rund 230 000 Münchner die neue Identitäts-Karte bestellt. Aber nur 93 000 nutzen die eID-Funktion.

„Damit liegen wir gut im Durchschnitt“, sagt ein Sprecher des Kreisverwaltungsreferats.

Wo der in Bayern liegt, führte Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU) gestern im Innenausschuss des Landtags drastisch vor. „Wer hat einen neuen Personalausweis?“, fragte er die Abgeordneten ab. Das Ergebnis: Keiner.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Christine Kamm glaubt, den Grund zu kennen. „Wer gibt schon gerne seinen Fingerabdruck her?“

Dabei ist seine Abgabe nur freiwillig und keineswegs Zwang. „Er ist optional und dient nur der Fälschungssicherheit“, so ein Sprecher des KVR. Die Bürger würden darüber aber nicht aufgeklärt, kritisiert Kamm.

Bis Oktober 2012 wurden im Freistaat 1,3 Millionen Personalausweise ausgegeben. Aber nur bei 400 000 Exemplaren wurde die elektronische Funktion eingeschaltet. Das ist eine Quote von nur 33,2 Prozent. Aber damit führt Bayern im Bundesdurchschnitt die Länder noch an.

Zwar kostet der Ausweis satte 28,80 Euro – statt acht Euro wie der alte. Doch Vorteile gibt’s dafür noch so gut wie keine. Behördengänge sollen künftig digital erledigt werden können. Während in Ingolstadt die Bürger mit dem elektronischen Ausweise ihre Fahrzeuge anmelden, ummelden und sich auch noch ihr Wunschkennzeichen aussuchen sowie sogar ihren Wohnsitz ummelden können, bietet München bisher in Sachen „E-Government“ gar nichts an.

„Es gibt ein Projekt, dass sich damit beschäftigt, aber noch keine Ergebnisse“, heißt es im KVR. Damit steht die Landeshauptstadt nicht allein. Ganze 20 Gemeinden haben sich in Bayern bisher auf den elektronischen Personalausweis eingestellt.
„Still und leise ist der eingeführt worden“, wirft Pschierer die Bundesregierung vor. Da hätte es eine große Werbekampagne gebraucht. Das Angebot für die Nutzer müsse schnellstens erweitert werden. Ein Mehrwert sei für den Bürger nicht zu erkennen.

Sein Fazit: „Der Ausweis ist bei der Bevölkerung offenbar nicht beliebt.“

 

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