Hans Podiuk kehrt im gesetzten Alter von 71 als Fraktionsvize noch einmal an die Spitze der Rathaus-CSU zurück.

München - Er ist der Lothar Matthäus der CSU-Fraktion: Ihn kann man immer einwechseln – gerne auch noch in etwas betagterem Alter. Etwas überraschend wurde Hans Podiuk nach gut anderthalbjähriger Pause bei den Schwarzen im Rathaus nun wieder in den Vorstand gewählt. Die Lage bei der CSU sei momentan doch etwas angespannt, "und das auf allen Ebenen", sagte der 71-Jährige gestern nach überstandener Wahl. Da schade es keineswegs, wenn man alle Kräfte noch einmal bündele, so Podiuk. Deshalb werde auch er als krisenerprobter Kämpe sich nun noch einmal vor den Karren spannen lassen.

Podiuk hatte bei der CSU-Fraktion bereits zweimal den Vorsitz inne. 2007 gab er diesen Posten zugunsten von Josef Schmid auf, kehrte nach der Kommunalwahl 2014, nachdem Schmid zum Bürgermeister gewählt worden war, aber noch einmal für knapp drei Jahre an die Spitze zurück.

Kehrt Podiuk sogar nochmal den Chefsessel zurück?

Nun übernimmt Podiuk noch einmal Verantwortung – dieses Mal als Fraktions-Vize. Womöglich wird Podiuk sogar bald noch einmal den Chefsessel übernehmen – dann nämlich, wenn die Landtagswahl eine Art Domino-Effekt auslöst.

Bürgermeister Schmid wird danach voraussichtlich ins Maximilianeum wechseln. Für ihn könnte Fraktionschef Manuel Pretzl den Bürgermeister-Platz einnehmen – und schon wäre für das alte Schlachtross Podiuk der Weg an die Fraktionsspitze wieder frei. Podiuk dementiert derlei Spekulationen nicht, verweist aber auf die Landtagswahl. "Das klären wir dann alles danach", sagte er gestern. Nur eines sei klar: 2020 werde für ihn sicher Schluss sein.

Podiuk wäre bei der nächsten Kommunalwahl 74. Er wird dann 42 Jahre im Stadtrat gesessen haben – mehr als sein halbes Leben. "Und Gerüchten zufolge soll es auch ein Leben außerhalb des Rathauses geben", so Podiuk.