EHC-Star trifft bei Rekordsieg "Urlauber" Haydar schuftet

Darren Haydar, Stürmer des EHC Red Bull München. Foto: GEPA pictures/ho

Darren Haydar, der Star-Einkauf des EHC Red Bull München, drehte beim 8:1 in Schwenningen auf. Genugtuung für einen Mann, der zwei Monate Frust und Selbstzweifel hinter sich hat – glücklich macht ihn auch eine private Sache.

 

Schwenningen - So hat man Darren Haydar in dieser Saison extrem selten gesehen. Als wirbelnden Angreifer, als jubelnden Torschützen, als dauerlächelnden Menschen. Das Spiel gegen Schwenningen, der 8:1-Triumph des EHC Red Bull München, war eine Erlösung für den zuletzte dauerladegehemmten verhinderten Torjäger, der zuletzt nur noch als Eishackler der traurigen Gestalt übers Eis geschlichen war. Beim 8:1-Triumph in Schwenningen traf der Kanadier zwei Mal, auch wenn ihm der Schiedsrichter offiziell nur ein Tor zuerkannte. Doch Manager Christian Winkler wird dieser Tage eine Berichtigungsantrag bei der DEL stellen. "Ganz klar, das war ein Doppelpack von Haydar", sagt Münchens Co-Trainer Helmut de Raaf.

Damit hat der 34-Jährige in einem einzigen Spiele doppelt so viele Treffer erzielt, wie in der gesamten bisherigen Saison. Ein Tor und sechs Assists standen für ihn vor diesem Wochenende zu Buche, bei einer Treffer-Quote von mickrigen 3,2 Prozent. In der DEL-Statistik rangierte er auf Platz 131 von 313 lizensierten Spielern. Sein letzter Torjubel datierte vom 15. September 2013. "Wir haben in Schwenningen sehr klug gespielt, wir sind als Team nicht mehr so zerbrechlich. Und die Reihe mit Alex Barta, Toni Ritter und mir findet sich", sagte Haydar vor dem Spiel bei den Krefeld Pinguinen (19.30 Uhr).

Über seinen eigenen Befreiungsschlag wollte er nicht groß reden. Haydar, einer der größten Stars (884 Spiele, 931 Punkte), der je in der nordamerikanischen Profi-Liga AHL, einer Art zweiter Liga hinter der NHL gespielt hat, ist kein Selbstdarsteller. Doch die Erleichterung war ihm anzumerken. Fast zweieinhalb Monate voller Frust, Zweifel, Selbstzweifel. Monate, in denen Trainer Pierre Pagé die Importspieler wie Haydar als "Urlauber" angeprangert hat. "Wir hoffen, dass der Knoten jetzt geplatzt ist. Darren war selber mit der Situation nicht zufrieden. Er hat ja nicht nur getroffen, er hat ja auch nicht gut gespielt, das wusste er selber", sagt de Raaf.

Dabei hatte man den ehemaligen Topscorer der AHL, den Ex-NHL-Star, mit viel Geld nach München gelockt, um die Liga abzuschießen. Doch es lief gar nicht für ihn. "Wir haben viele Gespräche geführt, er hat auch von sich aus das Gespräch gesucht", sagt de Raaf. Denn die private Situation belastete Haydar. Seine Frau Sara, die er 2011 geheiratet hatte, erwartete das erste gemeinsame Kind. Aufgrund von Saras Vorgeschichte war es eine Schwangerschaft mit Riskien. Sara war 2008 an Kehlkopfkrebs erkrankt. "Es gibt Dinge, die eben viel wichtiger sind als der Sport", sagte de Raaf. Am 25. Oktober kam Sohn Liam Joseph gesund zur Welt. "Er ist das größte Geschenk, das wir kriegen konnten. Wir sind so glücklich", sagte Haydar. Glücklich, befreit, einfach wieder er selber.
"Wir denken, dass er jetzt der Leader für unser Team sein kann, als den wir ihn geholt haben. Ein Mann wie er verlernt ja nicht das Eishockeyspielen", sagt de Raaf, "die Umstellung auf Europa braucht halt einfach etwas Zeit."

Zustimmung von Bundestrainer Pat Cortina, der ja sieben Jahre den EHC trainierte: "Haydar hatte, wo immer er spielte, Erfolg. Das wird auch in München so sein. Ich denke, wird den Fans noch viel Freude machen."

Jetzt, da er sein Lächeln wieder gefunden hat.

 

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