EHC Red Bull München Maurer: "Guter Haufen mit hohen Zielen"

EHC-Stürmer Uli Maurer ist nach sechs Spielen noch ohne Schorerpunkt. Foto: Rauchensteiner/AK

Der Nationalstürmer spricht in der AZ über seine neue Rolle beim EHC Red Bull München und erklärt, warum bei ihm noch die Null steht

AZ: Herr Maurer, wie würden Sie, der dienstälteste Spieler des EHC München, die neuen Red Bulls beschreiben?

ULI MAURER: Oh mei, gleich so eine schwere Frage zum Auftakt. Das System von Trainer Don Jackson unterscheidet sich ja gar nicht so sehr von dem seines Vorgängers Pierre Pagé, wie viele Leute, die keinen intensiven Einblick haben, glauben. Der große Unterschied ist, dass wir in der Rückwärtsbewegung viel konsequenter nach hinten arbeiten. Wir haben in den ersten vier Spielen, die wir gewonnen haben, gesehen, dass wir mit dem System sehr erfolgreich sein können. Bei den zwei Niederlagen danach aber auch, dass wir bestraft werden, wenn wir auf die Kleinigkeiten nicht achten. Insgesamt würde ich uns so beschreiben: ein guter Haufen mit hohen Zielen.

Den hatte man im Vorjahr ja auch, aber da gab es fast von Anfang an Spannungen.

Aber eigentlich nicht in der Mannschaft. Es hat halt insgesamt nicht gepasst, aber wir haben uns alle vorgenommen, dass wir nicht mehr zurückschauen, sondern nur nach vorne. Denn das eine können wir nicht mehr ändern, das andere haben wir in der Hand.

Vor der Saison gab es Unkenrufer, die sich beschwerten, dass der EHC nicht die großen Stars verpflichtet hat.

Dazu muss man ganz klar sagen: Die ganz großen Stars kommen eh nicht zu uns in die Liga. Wenn sie nicht mehr in der NHL spielen, dann kauft sie sich die KHL nach Russland, danach kommt die Schweiz, dann Schweden, dann Finnland – und dann vielleicht wir. Das wollen viele nicht wahrhaben, ist aber die Realität.

Wie frustriert sind Sie persönlich, dass bei Ihnen nach sechs Spielen noch die Null steht. Kein Tor, kein Assist.

Klar freut man sich da nicht drüber. Und es ist für mich auch gerade nicht ganz leicht. Man hat sich ja so seine persönlichen Ziele gesetzt. Aber dazu sage ich auch: Die letzten beiden Spielzeiten waren statistisch gesehen meine besten, aber ich war jeweils nicht mehr wirklich in den Playoffs vertreten. Da bin ich lieber in den Playoffs und hab’ weniger Punkte gesammelt als andersrum.

Trotzdem: Woran liegt es?

Mei, es ist ein bisschen eine andere Situation in diesem Jahr für mich, der Konkurrenzkampf ist sehr hart, ich habe nicht so viel Eiszeit wie zuletzt. Außerdem war ich ja schon immer ein Spieler, der ein oder zwei Chancen mehr braucht, um seine Tore zu schießen. Als purer Goalgetter werde ich nie berühmt werden. Ich glaube auch, dass ich manchmal einfach zu viel laufe, dass ich dadurch dann zuweilen nicht in der perfekten Position bin. Ich bin von meinem Verständnis her sicher auch ein Spieler, der eher früher wieder nach hinten arbeitet als ein anderer, der dafür den einen oder anderen Punkt mehr hat. Wie heißt es so schön, die Mischung macht’s. Jedes Team braucht beide Spielertypen.

Ihren guten Freund, Slalom-Superstar Felix Neureuther, hat’s wieder am Rücken erwischt, er wird wohl wieder den Saisonauftakt verpassen. Haben Sie schon mit ihm gesprochen?

Wir haben uns vor ein paar Tagen getroffen, das ist schon bitter. Wir werden eben beide nicht jünger, er ist 30, ich werde es im Januar. Wir haben nach jahrelangem Profisport alle unsere Wehwehchen, wenn bei uns mal nichts mehr wehtut, dann sind wir wahrscheinlich tot. Aber er packt das schon, er hat einfach das Talent, um am Ende wieder ganz nach vorne zu fahren,

Und was macht der eigene Körper?

Ich fühle mich topfit. Ich habe immer gerne trainiert, manchmal auch zu viel, aber das ist ja das Schöne am Älterwerden, man wird klüger. Ich weiß jetzt, wenn’s wo zwickt, was ich dagegen tun kann.

 

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