EHC Red Bull München Kommt Straßenspieler Samson zum EHC?

Spielte beim Spenler-Cup: Jérome Samson. Foto: dpa.

Jérôme Samson, zuletzt in der Schweiz aktiv, steht vor dem Wechsel zum EHC Red Bull München. Das Vorbild des  früheren NHLers: Mario Lemieux.

 

München - Der EHC Red Bull München hat sich herkulische Ziele gesetzt, will nach dem enttäuschenden Ausscheiden ohne einen einzigen Sieg im Playoff-Viertelfinale gegen Wolfsburg in der kommenden Saison definitiv um den Titel mitspielen. „Darum geht es in unserem Sport. Jeder erinnert sich an die Titelgewinner, aber wer merkt sich, gegen wen sie sich durchsetzten?“, fragt Coach Don Jackson.

Da schadet es nicht, wenn man in den eigenen Reihen einen echten Samson hat. Aus internationalen Spielervermittlerkreisen hat die AZ erfahren, dass der EHC an Stürmer Jérôme Samson dran sein soll und dem 27-Jährigen ein Vertragsangebot unterbreitet habe. Der Franko-Kanadier gilt als echter Knipser, als emotionaler Hochenergie-Spieler, der nie nachlässt und als unermüdlicher Arbeiter gerade da, wo es besonders wehtut: an der Bande. Zuletzt verdiente der Angreifer in der Schweizer Liga beim EHC Biel seine Fränkli, davor spielte er in der AHL, erzielte in 277 Partien stolze 113 Tore und bereitete zudem noch 123 Treffer vor. Regelmäßig brachte er es auf über 20 Tore in den Spielzeiten. Zudem brachte es Samson in der NHL für die Carolina Hurricanes auf 46 Einsätze, dabei schoss er sieben Tore. Samson kann sowohl als Center spielen, als auch auf den Flügeln eingesetzt werden.

Mit seiner Torgefährlichkeit wäre der kanadische Nationalspieler – wenn er denn kommt – ein guter Ersatz für David Meckler. Der US-Stürmer hatte vergangene Woche bei den Red Bulls um seine Vertragsauslösung gebeten, nachdem ihm die Ärzte aufgrund einer schweren Wirbelsäulenverletzung eindringlich geraten hatten, seine aktive Eishockey-Karriere zumindest vorerst auf Eis zu legen. Auch ein Karriereende steht bei Meckler im Raum.

Samson, der aus Greenfield Park in der kanadischen Provinz Quebec stammt, wurde von seinem Vater, der selber Eishockey spielte, zum Sport gebracht. „Ich bin ein echter Straßen-Eishockeyspieler“, beschreibt sich Samson selber. Schon in seiner Jugend arbeitete Samson, der mit einer unglaublichen Balance gesegnet ist, an seinem Torschuss. Fast jeden Tag nach der Schule ging es raus zum Eishackeln, und für seinen Schuss legte er noch mal Sonderschichten ein. „Ich denke, dass der Torschuss sicher zu den Stärken meines Spiels gehört“, sagte Samson, der in der NHL 600 000 Dollar verdient hat, „ich ziehe auf jeden Fall aus vielen Situationen ab. Es ist nicht immer der härteste Schuss, der der beste ist. Oft kommt es eher auf den richtigen Moment an, dass man zwischen den Beinen der Gegner durchschießt. Die unsichtbaren Schüsse sind die erfolgversprechendsten.“

Samsons großes Vorbild ist die kanadische Eishockey-Legende Mario Lemieux. „Ich schaue mir Lemieuxs Spiel immer noch sehr gerne auf Youtube an. Das ist ein echter Genuss für jeden Eishockey-Freund“, sagt er über seinen Landsmann, der als einer der größten Eishockeyspieler aller Zeiten gilt. Mit seinem Einsatz, seiner Emotionalität, seinem Kampfgeist konnte der Stürmer sogleich zu einem echten Leitbullen bei den Red Bulls in München werden.

Jetzt muss Jérôme, dem in Biel in 18 Spielen zehn Scorerpunkten gelangen, nur noch seinen Samson unter den Vertrag setzen.

 

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