EHC Red Bull München Halleluja! EHC zieht in die Olympiahalle

Die Stars des EHC Red Bull München jubeln hoffentlich auch in der Olympiahalle. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der EHC München tritt im Dezember zwei Mal in der Olympiahalle an. 10 000 Fans sollen jeweils kommen. "Das ist ein Ereignis, das weit über den Sport hinausgeht", sagt Urgestein Uli Maurer.

 

München - Die Antwort kommt bei EHC-Urgestein Uli Maurer, der seit 2010 in München spielt, ohne zu zögern und von einem strahlenden Lächeln begleitet. „Mein Highlight in meiner EHC-Zeit? Ganz klar, die volle Halle in der Olympiahalle vor damals 11 000 Zuschauern gegen meinen Ex-Klub Augsburg Panther“, sagt der 30-Jährige und fügt an: „Ich habe sogar noch ein Tor in doppelter Unterzahl erzielt. Das vergisst man alles nicht!“
HALLE-lulja sog i!

Das war am 30. Dezember 2011. Jetzt kann Maurer bald zwei weitere Ereignisse in sein Highlight-Portfolio aufnehmen: Der EHC Red Bull München wird in dieser Saison erstmals seit damals wieder seine Eishockey-Heimat aus dem Eisstadion in die altehrwürdige Olympiahalle verlegen. Am 26. Dezember geht es für die Red Bulls zum Derby gegen die Augsburger Panther und zwei Tage später gegen die Eisbären Berlin. Maurer ist übrigens der letzte der damaligen EHCler-Truppe, der immer noch in München spielt.

Ein anderer, der sich jetzt in München verdingt hat, spielte damals für Augsburg: Daryl Boyle. Für ihn eine schmerzhafte Erinnerung, denn die Panther kamen damals mit 0:5 unter die Kufen. „Das war ein übles Spiel für uns. Aber: Es war eine unglaubliche Erfahrung, vor so vielen Menschen zu spielen. Ich bin froh, dieses Mal auf der anderen Seite zu stehen.“

Es wird ein Mega-Spektakel. Auch logistisch. Fünf Tage lang werden 20 Monteure in zeitlich versetzt arbeitenden Trupps 24 Stunden am Tag werkeln, um die Verwandlung der Olympiahalle in ein Eisstadion zu verwirklichen. Insgesamt 20 000 Liter Wasser werden in mehreren Schichten aufgesprüht und gefroren, bis das Eis perfekt ist. In der Olympiahalle werden vier Kältemaschinen dafür sorgen, dass die Flüssigkeit auf einer Rohrlänge von 90 Kilometern (!) die richtige Temperatur für eine DEL-taugliche Eisfläche hat. Insgesamt werden für die Eisfläche mehr als 80 Tonnen Material verbaut. „Das Event ist den Aufwand wert“, sagt Maurer, „keiner, der damals da war, hat das vergessen. Es war ein Ereignis, das weit über den Sport hinausging und gezeigt hat, welches Potenzial Eishockey in München hat.“

20 000 Fans sollen nun zu den zwei Spielen in die Olympiahalle strömen. Ein ambitioniertes Unterfangen für den EHC, der im Schnitt in der vergangenen Saison 4014 Fans in die Halle lockte. „Ich denke, dass der Zeitpunkt jetzt perfekt ist. Wir haben hier im Eishockey viel bewegt, das ist der nächste Schritt“, sagt Boyle. Und Liga-Raubein Sean O’Connor (Straubing Tigers), der damals für Augsburg spielte und sich eine Frustkeilerei mit dem damaligen Münchner Martin Schymainski lieferte, meinte: „Oh, Mann, es war damals verdammt laut in der Halle.“

Doch vor dem HALLE-lulja muss der EHC, der seine letzten beiden Partien in der DEL (2:5 in Straubing, 4:5 n.P gegen Schwenningen) verloren hat, in der Champions League ran. Das Team von Trainer Don Jackson flog am Montag per Chartermaschine nach Turku. Dort übernachtet man, ehe es am Dienstag per Bus die 86 Kilometer zum Gegner Lukko Rauma geht. Nach AZ-Informationen nicht mit dabei: Nationalstürmer Frank Mauer, der sich im Schwenningen-Spiel eine Oberkörperverletzung zuzog. Wie lange der Mann, der von Meister Adler Mannheim kam, ausfällt, wird erst eine eingehende medizinische Untersuchung heute ergeben. 

 

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