EHC Red Bull München Brooks Macek und sein prominenter Deutschlehrer

EHC-Stürmer Brooks Macek Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Für Brooks Macek geht es mit dem EHC Red Bull München gegen Ex-Klub Iserlohn. In der AZ spricht er über seinen Sprachlehrer, Autofahren in der Stadt, das Nationalteam – und sagt, wen er nie treffen will.

 

München - Die AZ hat mit Brooks Macek gesprochen. Der 24-jährige Deutsch-Kanadier wechselte in dieser Saison von den Iserlohn Roosters zum EHC REd Bull München. Am Freitag (19.30 Uhr) geht es für den deutschen Nationalspieler gegen seinen Ex-Klub.

AZ: Herr Macek, haben Sie das Ausscheiden des EHC Red Bull München in der Champions League beim schwedischen Topklub Växjö Lakers schon verdaut?
BROOKS MACEK: Es ist nicht so, dass man so etwas sofort hinter sich lässt. Wir waren nach Växjö mit dem festen Willen und der festen Überzeugung gereist, dass wir das Rückspiel hier gewinnen und in die nächste Runde einziehen. Und wir hatten gute Chancen, unser Ziel zu erreichen. Wir haben gegen eine ausgezeichnete Mannschaft wirklich in Hin- und Rückspiel herausragende Leistungen gezeigt. Wir hätten beide Partien für uns entscheiden können. Es sollte nicht sein. Das tut auf der einen Seite weh, andererseits hat es unser Selbstvertrauen noch weiter aufgebaut. So etwas bricht uns nicht, es macht uns stärker.

Der EHC hat zumindest bewiesen, dass er auf höchstem europäischen Niveau bestehen kann.
So sieht es aus. Wir als Mannschaft sind definitiv stolz darauf, wie wir uns verkauft haben. Wir haben es genossen, uns mit den besten Teams in der Champions League zu messen. Wir sind gegen ein sehr gutes Team ausgeschieden. Wir haben ein paar Fehler zu viel gemacht, das hat uns am Ende sportlich das Genick gebrochen. Aber das haben wir angesprochen und werden unsere Lehren daraus ziehen. Wie gesagt, das macht uns nur stärker.

Eine dieser Lehren muss sein, weniger Zeit auf der Strafbank zuzubringen...
Absolut. Es waren zwei Partien, in denen das Spieltempo unglaublich hoch war. Da kann es passieren, wenn man nur den Bruchteil einer Sekunde zu spät kommt, dass es eine Strafe statt eines Checks wird. Wir müssen daher noch disziplinierter auftreten, dem Gegner kein Powerplay schenken.

Disziplin wird auch am Freitag entscheidend sein, da muss der EHC in der Liga bei den Iserlohn Roosters, Ihrem Ex-Klub, ran. Die Atmosphäre dort ist gefürchtet, es ist ein wahrer Hexenkessel!
Absolut! Ich weiß, wie laut die Fans dort sind, wie viel Energie sie uns gegeben haben, als ich da gespielt habe. Es wird eine eigenwillige Erfahrung für mich, das jetzt von der anderen Seite zu erleben. Wenn diese Energie nicht auf dich, sondern gegen dich gerichtet ist. Ich freue mich drauf. Und eines ist klar, die Red Bulls lassen sich auch von so einer Stimmung nicht beeindrucken. Aber aus meinem Mund wird man nichts Negatives hören, ich hatte dort eine schöne, eine gute Zeit.

Jetzt also München statt Seilersee. Was waren die Gründe?
Ich habe vor meinem Wechsel viele Gespräche mit Münchens Trainer Don Jackson und Manager Christian Winkler geführt. Mich hat einfach beeindruckt, welche Visionen sie vom Eishockey haben, was sie erreichen wollen, was sie aufbauen wollen. Ich wollte gerne ein Teil davon sein. Der gesamte Verein hat sich einem Credo verschrieben: zu gewinnen. Ich denke genauso. Ich will den maximal möglichen Erfolg haben.

Und in München sind Sie wieder mit Michael Wolf vereint, mit dem Sie schon in Iserlohn gespielt haben.
(lacht) Ich bin aber kein Stalker. Aber es war schon toll, ein bekanntes Gesicht zu sehen, wenn man in die Kabine einläuft, einen zu haben, der einem die Eingewöhnung leichter machen kann. München ist so eine große Stadt. Das war ich bisher nicht gewöhnt. Allein der Verkehr hier! Daran habe ich mich noch nicht richtig gewöhnt. Mit einer Gangschaltung würde ich hier nicht fahren wollen. Ich bin überhaupt froh, dass meine Wohnung nicht weit von der Eishalle entfernt ist, dass ich vieles mit dem Fahrrad erledigen kann und so dem Verkehr aus dem Weg gehe.

Sie sind in Kanada aufgewachsen, spielen jetzt aber auch in der deutschen Nationalmannschaft. Was bedeutet Ihnen das?
Sehr viel! Mein Vater ist ja in Deutschland geboren, daher erfüllt es mich mit großem Stolz, dass ich für mein Vaterland spielen kann. Es ist eine unglaubliche Erfahrung, wenn man mit dem Adler auf der Brust bei der WM in Deutschland spielen darf. Das ist eine Ehre und ein Privileg.

Wie sieht es denn mit Ihrem Deutsch aus? Bundestrainer Marco Sturm hat ja eingeführt, dass in der Kabine der Nationalmannschaft deutsch gesprochen wird.
(lacht) Es wird besser. Ich kann Deutsch lesen, verstehe es gut, aber im Sprechen bin ich nicht sehr gut. Und Marco hat ja lange in Nordamerika gespielt, wenn ich was nicht verstanden habe, gehe ich hin und frage ihn. Dann erklärt er es mir auf Englisch.

Also ist Sturm auch Ihr Deutschlehrer.
(lacht) Ja, er verbessert mein Eishockey und mein Deutsch.

Ansonsten gelten Sie als typischer Kanadier. Eher ruhig und zurückhaltend.
Ja, ich ziehe mich auch gerne mal zurück. Meine Eltern haben etwa eine Hütte in Ontario, da bin ich im Sommer auch gerne mal, angle, fahre Boot. Aber einen Grizzly habe ich nie gesehen. Und wissen Sie was? Ich hoffe, es bleibt so.

 

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