EHC Red Bull München EHC: De Raaf ersetzt Jackson - für ein Spiel

Helmut de Raaf, Assistenztrainer des EHC Red Bull München. Foto: GEPA pictures/ho

EHC-Chefcoach Don Jackson reist zu Wayne Gretzky nach Edmonton, um das 30-jährige Jubiläum des Stanley-Cup-Triumphes zu feiern.

 

AZ: Herr de Raaf, wir gratulieren zur Beförderung. Sie ersetzen für ein Spiel den eigentlichen Cheftrainer des EHC München, Don Jackson. Der ist nach Edmonton geflogen, um das 30-jährige Jubiläum des ersten Stanley-Cup-Triumphes der Oilers, an dem er beteiligt war, zu feiern.

HELMUT DE RAAF: Vielen Dank, ich würde selber aber nicht von einer Beförderung reden, sondern nur von einer personellen Vertretung. Don und ich haben uns in den letzten Tagen intensiv ausgetauscht, wir werden das in Mannheim schon ohne ihn hinkriegen. Ich finde es gut, dass er an der Feier teilnimmt, das sind prägende Momente fürs gesamte Leben.

Zudem geht es auch noch gegen Ihren Ex-Klub Mannheim, für den Sie 14 Jahre die Jungadler trainierten.

Ja, das ist schon witzig. Das hätte sich keiner besser ausdenken können. Wenn jetzt noch das Ergebnis gegen den Tabellenersten stimmt, dann passt alles. Als die Thematik mit der Edmonton-Reise vor ein paar Wochen aufkam, hatten wir noch gar nicht geschaut, gegen wen es geht. Als es dann konkret wurde und ich sah, dass es Mannheim ist, habe ich mir schon gesagt: Das gibt’s doch gar nicht.

Wer ist jetzt aufgeregter? Don oder Sie?

Dadurch, dass wir das letzte Spiel gegen Wolfsburg gewonnen haben, ist Don sehr viel ruhiger geworden. Wir hatten ja die drei Partien davor verloren, mit vier Niederlagen wäre er sehr ungern abgereist. So kann er es besser genießen.

Wie ist denn insgesamt die Zusammenarbeit mit Don Jackson?

Es läuft alles sehr strukturiert ab. Don ist ein sehr offener Mensch, der sich die Meinungen und Vorschläge der anderen sehr gerne anhört. Das gesamte Trainerteam ist sehr involviert. Es ist schön, wenn man das Gefühl hat, dass man gehört wird, dass die Meinung etwas zählt. Natürlich trifft Don am Ende die Entscheidungen, das muss auch so sein, denn er ist es ja auch, der am Ende die Verantwortung hat.

Der EHC startete mit vier Siegen, es folgten drei Niederlagen, dann wieder ein Sieg. Warum dieses Auf und Ab?

Wir hatten am Anfang auch sicher vier Teams, die nicht an ihrem absoluten Leistungszenit waren, oder die – ohne sie zu unterschätzen oder abzuwerten – nicht zu den absoluten Topteams zählen werden. Da lief es gleich. Das birgt aber auch immer die Gefahr, dass man sich zurücklehnt und die kleinen, mühsamen, schmerzhaften Dinge, die enge Spiele dann entscheiden, etwas vernachlässigt. Da verliert man dann schnell die Kontrolle über ein Spiel, das war für das Team eine gute Erfahrung. Wir können sehr, sehr gut sein, aber wenn wir uns dafür nicht zerreißen, wird es nichts werden.

Sie waren lange selber Nationaltorwart. Wie bewerten Sie denn die Torwartsituation beim EHC. Florian Hardy wurde als Nummer 1 geholt, aber Niklas Treutle scheint ihm den Rang abgelaufen zu haben.

Ich sehe es so: Wir haben zur Zeit keine klare Nummer 1, sondern zwei Torleute auf Augenhöhe. Niklas hat im Vergleich zur Vorsaison einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht und Florian ist vielleicht noch nicht ganz da, wo er sein kann. Es ist keine leichte Situation für ihn. Eine neue Liga, ein neues Land, sehr viel Druck, dazu die Verletzung in der Vorbereitung, die ihm sicher nicht geholfen hat. Aber Don und ich sind da sehr entspannt, beide werden für uns noch sehr wichtig werden.

Auch einer, der seine Form sicher nicht gefunden hat, ist Assistenzkapitän Woszniewski.

Er hatte Pech, war die ersten Spiele gesperrt und kaum ist man wieder da, verliert die Mannschaft. Wir wissen, was wir an ihm haben. Er ist ein toller Spieler, der eine Partie mit seinen Pässen entscheiden kann, aber er spielt eben auch sehr viel Risiko, das kann auch mal nach hinten losgehen, sein Spiel kann für beide Tore gefährlich sein. Aber er ist auf dem richtigen Weg, wir werden noch viel Freude an ihm haben.

 

0 Kommentare