EHC Red Bull München EHC-Ass Petermann: "Mein Bart? Lachhaft!"

EHC-Star Felix Petermann mit seinem Erroll-Flynn-Bärtchen. Foto: ho

Im AZ-Interview spricht EHC-Profi Felix Petermann über Gesichtsbehaarung, seinen Spitznamen, das Spiel gegen Köln und Trainer Don Jackson.

AZ: Herr Petermann, nur noch ein paar Tage, dann können Sie sich ja wieder von Ihrem Bart trennen, dann ist der Movember vorbei, bei dem die Eishockeyspieler mit Ihren Schnauzern auf das Thema Männergesundheit aufmerksam machen wollen.

FELIX PETERMANN: Gott sei dank. Es ist ja nicht so, dass ich den mag oder er mir gefällt. Mir ist schon sehr bewusst, dass der Bart bei mir eher lachhaft aussieht. Aber gerade deswegen werde ich ja oft drauf angesprochen und kann so auf das Thema hinweisen.

Der Bart brachte Ihnen teamintern den Spitznamen Errol Flynn ein.

Ja, das sagte mir anfangs gar nichts, meiner Mutter war der Herr aber gleich ein Begriff. Ich habe ihn dann gegoogelt und gesehen, dass Errol Flynn ja verdammt gut aussah, also habe ich mir eingeredet, dass dies ein Kompliment sei.

Die Wahrscheinlichkeit ist unter den dauerfrotzelnden Eishockeyspielern aber gering. Warum ausgerechnet dieser schmale Schnurrbart?

Naja, so viele Möglichkeiten habe ich bei meinem Bartwuchs nicht. Mehr als das kriege ich nicht hin. Meine Frau findet ihn auch eher bescheiden. Aber zum Glück kennt sie mich schon so lange, dass sie den Menschen hinter dem Schnurrbart sieht.

Und was sagt Ihr Sohn?

Quirin ist jetzt ein Jahr und vier Monate. Er hat sich gefragt, warum der Papa plötzlich so stupft. Aber er nimmt das mit Humor. Genau wie ich. Wenn man so etwas bewegen kann, dann ist es das wert.

Wie sieht es bei der eigenen Vorsorge aus?

Ganz offen: Da ist bei mir auch noch Luft nach oben. Aber ich plane, das in Zukunft zu intensivieren.

Zum Sport: Am Freitag geht’s gegen die Kölner Haie, die – nach einem Katastrophen-Start, der Coach Uwe Krupp seinen Job kostete – jetzt einen richtigen Lauf haben.

Ja, die sind richtig gefährlich und heiß, das wird sicher nicht leicht, da müssen wir alle unser bestes Eishockey zeigen. Von der Entscheidung mit Krupp war ich überrascht, da er doch sehr viel Positives in Köln bewirkt hat. Ohne Interna zu kennen, hätte ich schon gesagt, dass er noch etwas Schonzeit verdient hätte. Aber mit Niklas Sundblad haben die Haie sicher jetzt einen Coach, der sie auch da unten rausholen kann.

In der Defensive wirkt der EHC bei langen Pässen öfters anfällig, was sagt der Verteidiger dazu?

Das stimmt, da müssen wir uns verbessern, keine Frage. So leichte Tore darf man dann in den Playoffs nicht mehr herschenken, das kann dich Kopf und Kragen kosten.

Coach Don Jackson ist trotz des zweiten Tabellenplatzes nicht wirklich zufrieden mit den Leistungen des EHC.

Das finde ich auch gut so. Das zeigt, wo wir hin wollen, welche Ansprüche man in München jetzt hat. Wir wollen um den Titel mitspielen, das wird aber nicht klappen, wenn wir uns einfach überrumpeln lassen. Jackson macht eine sehr intensive Videoanalyse mit uns. Ich hatte schon viele Trainer, aber in meinen Augen hat das noch keiner besser veranschaulicht. Er kommt über das Visuelle, um uns dann in der Praxis besser zu machen. Und das macht er extrem gut.

Was macht den EHC besser als in der vergangenen Saison, die so enttäuschend endete?

Ich denke, wir sind als Kollektiv besser. Als ich bei Mannheim in der Meistersaison spielte, wurde ich auch gefragt, was das Erfolgsgeheimnis ist: Damals wie heute gilt: Jeder kennt seine Aufgaben und erfüllt die. Wenn diese Teile dann alle ineinander greifen, dann entsteht etwas großes Ganzes. Wir sind gerade dabei, das zu perfektionieren.

 

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