EHC-Raubein in Fahrt Steve Pinizzotto: Wie ein wilder Stier

"Pinizzotto war auf den Fight nicht aus", sagt EHC-Coach Jackson über den Fight des Strafbank-Königs (oben) gegen Straubings Cornell. Foto: Imago/Buthmann

EHC-Raubein Steve Pinizzotto verprügelt Straubings Mike Cornell. Der erleidet einen Nasenbeinbruch, der Münchner ist für das Spitzenspiel in Nürnberg gesperrt. Coach Don Jackson: "Er wollte den Kampf nicht."

München - Es gibt Dinge, die sollte man im Leben ausprobiert haben und wiederum andere Sachen, die man unter allen Umständen unterlassen sollte. Sich etwa einem wilden, wutschnaubenden Stier in den Weg zu stellen. Egal, ob dieser animalischer oder menschlicher Natur ist.

Die Erfahrung, wie das enden kann, musste Mike Cornell, Verteidiger der Straubing Tigers, schmerzhaft am eigenen Leib machen. Beim bayerischen Derby gegen den EHC Red Bull München wollte sich der 28-Jährige als Rächer on Ice aufspielen und attackierte ausgerechnet Liga-Raubein Steve Pinizzotto, der zuvor James Bettauer hart gecheckt hatte.

Cornell rannte in Pinizzotto hinein, der fragte mit einem Kopfnicken nach, ob sein Gegenüber wirklich die Faust des EHC spüren wollte, Cornell ließ die Handschuhe fallen. Das Signal für Pinizzotto, den Gegner als Watschnbaum zu missbrauchen.

Nach mehreren harten Schlägen Pinizzottos lag Cornell am Boden, die Schiedsrichter beendeten den ungleichen Kampf. Pinizzotto wandte sich triumphierend ab, drehte eine provokante Ehrenrunde vor dem Straubinger Fanblock, warf ihnen den Helm zu und heizte die Stimmung dann noch mit Victory-Zeichen zu den Anhängern weiter an.

Die Strafe: zwei plus zwei plus zehn Strafminuten. Cornell schlich blutverschmiert als Eishackler der verprügelten Gestalt davon. Nach Informationen der AZ hat er einen Nasenbeinbruch erlitten. Nach dem 7:1-Sieg beschwerte sich Pinizzotto ausgiebig und nicht jugendfrei bei den Referees, die ihm dafür eine große Strafe wegen Schiedsrichterbeleidigung aufbrummten.

"Die Aktion hat uns Feuer gebracht"

Damit ist der Strafbankkönig für das Spiel des Tabellenführers beim Zweitplatzierten Nürnberg (Freitag) gesperrt. "Die Aktion hat uns Feuer gebracht. Wir werden Steve sicher loben", sagte Münchens Doppeltorschütze Yannic Seidenberg, "die Strafe am Schluss hätte er sich sparen können. Aber da werden andere mit ihm reden."

Das ist eine Sache für Manager Christian Winkler und Trainer Don Jackson. Der hatte in seiner Zeit in der NHL selber den Ruf, ein harter Hund zu sein. Jackson nahm Pinizzotto aber öffentlich in Schutz. "Was soll er machen? Der andere Spieler wollte den Kampf. Wenn es soweit ist, gibt es nur noch einen Weg, man muss schauen, dass man das Beste für sich rausholt, das hat Steve getan", sagte Jackson, "insgesamt bin ich stolz darauf, wie sich Pinizzotto dem Spiel in der DEL angepasst hat, wie er sich im Griff hat. Er war auf diesen Fight nicht aus."

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Aber Pinizzotto, der schon in der NHL den Ruf eines Tough Guy hatte, geht keiner Auseinandersetzung aus dem Weg. Bereits im zweiten Spiel in der DEL überhaupt bekam Mannheims Dennis Reul vergangene Saison zu spüren, was es heißt, sich mit Pinizzotto anzulegen. Reul erlitt einen doppelten Kieferbruch.

"Es war jetzt der zweite echte Kampf von Steve in zwei Jahren", sagte Jackson, "er ist keiner, der blind auf alles einprügelt."

Nicht blind, aber wie ein wilder Stier.

 

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