EHC München Viktor Ekbom, der Frauenschwarm

EHC-Verteidiger Viktor Ekbom. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der schwedische Neuzugang beim EHC hatte einen schwierigen Start. Jetzt läuft es besser für den adretten Verteidiger – nur eine Freundin fehlt ihm noch

 

MÜNCHEN Die ersten Wochen in der neuen Saison, in der neuen Liga, bei seinem neuen Klub müssen für Viktor Ekbom die schwersten seiner Karriere gewesen sein. Der 1,91 Meter große Abwehr-Hüne im Dress des EHC Red Bull stolperte über die Eisfläche, ihm unterliefen Fehler, die sofort zu Gegentoren führten, er sah aus wie ein Tollpatsch auf dem Eis.

„Es waren schwere Tage, aber nach Fehlern muss man auch wieder nach vorne schauen können”, sagt der 23-Jährige. Er wurde zur Symbolfigur für den schlechten Saisonstart mit fünf Niederlagen am Stück, doch mit der Mannschaft fing sich auch der Schwede immer mehr.

Seinen Durchbruch als Profi hatte er in Linköping geschafft, es folgte ein kurzes Gastspiel in Amerika. Bevor Ekbom zum EHC kam, wechselte er nach Tappara in Finnland. Ekbom war der beinharte Verteidiger, der krachend seine Checks zu Ende fuhr und mit knapp 100 Kilo vor dem Tor aufräumte – ein klassischer Abwehrspieler eben. Umso schlimmer, wenn dem zuverlässigen Tore-Verhinderer auf einmal Patzer passieren, die nicht nur ihn selbst, sondern die ganze Mannschaft alt aussehen lassen – bis ihm Trainer Pat Cortina ins Gewissen redete. „Ich habe Viktor gesagt, dass er wieder zu seinem Spiel zurückfinden muss. Sicher hat er viele Fehler gemacht, aber zuletzt habe ich von ihm tolle Checks gesehen und auch seine neuen Aufgaben erfüllt er sehr gut”, sagt Cortina. Langsam muss Ekbom eine Schlüsselrolle einnehmen, denn am Wochenende kassierte der EHC sieben Gegentore, es wurde klar: Typen vom Kaliber Ekbom braucht der EHC dringender denn je.

Es hakt nicht nur im Sturm, sondern zuletzt auch in der Defensive. Und noch ein Spielertyp fehlt dem EHC seit dem Sommer und dem Abgang von Stürmer Martin Schymainski: ein Frauenschwarm. Der Duisburger galt als Frauenheld, war ein echter Aufreißer, wenn die Mannschaft im Nachtleben unterwegs war.

Ekbom dagegen ist kein Frauenheld im herkömmlichen Sinne: Der Schwede ist bescheiden, ruhig. Aber Manager Christian Winkler verkündete schon bei seiner Verpflichtung: „Die Münchner Damenwelt soll schon aufgeschrien haben.” An den redseligen Schymainski aus dem Ruhrpott kommt Ekbom zwar nicht ran, er spricht, typisch skandinavisch, eher weniger. Dafür lieben ihn die weiblichen Fans für sein adrettes Auftreten, Ekbom ist immer gut gekleidet, höflich und pragmatisch bei seinen Antworten: „Die Frauen stehen auf mich? Das ist schön zu hören.”
Trotzdem: Geklappt hat es bislang noch nicht mit der großen Liebe. Ekbom sagt: „Wir hatten bislang kaum Freizeit, entweder viele Spiele oder viel Training.”

Schon während den schweren Anfangstagen hat ihm sein Landsmann und Verteidiger-Kollege Johan Ejdepalm, der schon das vierte Jahr beim EHC spielt, geholfen: „Ich habe viel mit ihm geredet, das hat ihm sicher in dieser harten Zeit geholfen. Er brauchte das, weil er ja noch jung ist, die Liga nicht kannte. In Schweden und Finnland ist der Stil des Spiels ganz anders.” Jetzt hat Ejdepalm, dessen Frau bei jedem Heimspiel auf der Tribüne sitzt, eine neue Aufgabe: eine Freundin für Viktor suchen – die weiblichen EHC-Fans werden es mit Freude vernehmen. Ejdepalm zeigte dem Neuling schon die Stadt, ging mit ihm zum Coldplay-Konzert im Olympiastadion und erklärte Ekbom die bayerische Mentalität. „Gar nicht so verschieden, fast so wie wir Schweden” seien die Leute in München, findet Ekbom.

Aber nicht nur Ejdepalm kümmert sich um den Neuen, auch die junge Garde ist bemüht. „In Germering wohne ich mit vielen Singles in der Straße, da haben wir Zeit, die Abende zusammen zu verbringen”, sagt Ekbom. Ein Dauerzustand soll das allerdings nicht bleiben: Die Playstation will Ekbom bald eingetauscht haben. 

 

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