EHC München Stastny und Wheeler reisen ab: Abschied mit Tränen

Letzte Amtshandlung beim EHC: NHL-Superstar Blake Wheeler räumt den Spind aus. Foto: EHC

EHC-Manager Winkler holt sich Autogramme von Stastny & Wheeler vor deren NHL-Rückkehr.

 

München - Damit ein Manager, der sonst nur Unterschriften unter Verträgen nachjagt, zum Autogrammsammler wird, da muss schon etwas ganz Besonderes geschehen.
Geschehen – oder besser erschienen – waren beim EHC Red Bull München, dem mit dem kleinsten Etat ausgestatteten Liga-Minimus der DEL, zwei der besten Eishockeyspieler der Welt: Blake Wheeler (Winnipeg Jets) und Paul Stastny (Colorado Avalanche). Das dynamische Duo brachte dem EHC, der in dieser Saison teilweise in den unteren Tabellen-Regionen rumdümpelte, Punkte, Tore, Zuschauer, Glanz und Glorie. Das ist bekanntlich nun vorbei, nach dem Ende des Lockouts in der NHL muss der EHC bereits heute bei den Kölner Haien (19.30 Uhr) ohne seine Erfolgsgaranten auskommen.

Am Montag hieß es nun: Abschied nehmen. Und so suchte sich EHC-Manager einen dicken Filzstift und holte sich von Stastny und Wheeler – auch kurz Steeler genannt – noch schnell Autogramme. „Die kommen in mein Büro und erhalten dort einen Ehrenplatz”, sagte Winkler der AZ, „ich habe ein paar Erinnerungsfotos gemacht. Es gibt vielleicht 50 Spieler in der Welt, die deren Klasse haben. Und auch als Menschen sind sie für uns eine große Bereicherung gewesen.” Winkler gibt zu: „Beim Abschied hatte man schon die ein oder andere Träne im Auge.”

Nicht nur Winkler, sondern auch den hartgesottenen NHL-Profis fiel der Abschied alles andere als leicht. „Es war großartig hier. So verrückte Fans habe ich noch nie erlebt. Ich habe hier ganz tolle Menschen kennen gelernt. Man hat sich wunderbar um mich und meine Familie gekümmert. Ich werde jeden einzelnen hier vermissen”, sagte Wheeler, der mit seiner Frau Sammie und Sohn Louis nach München gekommen war.

Am Montagmorgen kam der 26-Jährige extra noch mal in der Olympia-Eishalle vorbei, er verabschiedete sich per Handschlag von jedem einzelnen Spieler, Trainer, Betreuer. Um 11 Uhr ging dann sein Flieger zurück nach Kanada. Stastny wiederum trainiert noch ein letztes Mal mit, für ihn endet der München-Aufenthalt am Mittwoch, dann geht es nach Denver. „In München zu spielen, war ein einzigartiges Erlebnis, das ich mein gesamtes Leben nicht vergessen werde”, sagte Stastny: „Ich hatte Gelegenheit, die europäische Kultur und Lebensweise kennen zu lernen. Ich bin froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Danke München!”

Der ewige Dank beim EHC ist den beiden sicher. „Sie haben uns enorm geholfen, keine Frage”, sagte Winkler, „ich hoffe, dass sie irgendwann mal wieder vorbeischauen. Hier in München haben sie nur Freunde und Bewunderer.” Bewunderer haben sie sogar bei den Mitspielern. Kapitän Martin Buchwieser, der mit den Amis die erste Sturmreihe bildete, war einer der Profiteure des NHL-Duos. „Die sind genial. Die sind so gut, die machen Dinge, die hast du noch nie gesehen. Natürlich habe ich versucht, mir einiges abzuschauen, aber manche Dinge kriegst du nie hin, egal, wie oft du das übst. Ich werde sicher nie mehr so schnell wie der Wheeler”, sagte EHC-Topscorer Buchwieser und fügte lachend hinzu: „Und so groß wie dieser 1,96-m-Riese werde ich sicher auch nicht mehr. Die genialen Hände vom Stastny, dieses Feingefühl werde ich wohl auch nicht mehr bekommen.”

Ein Autogramm dieser feinfühligen Hände hat Buchwieser auch nicht mehr bekommen. „Das habe ich verpasst.”
Da war der Manager schneller. 

 

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