EHC München Kink will "Pestbeule auf dem Eis" sein

 Foto: Rauchensteiner/Augenklick

EHC-Zugang George Kink über seine Chancen und die schwere Kopfverletzung

 

AZ: Herr Kink, Sie haben beim EHC einen Vertrag, der aber bis Mitte September jederzeit aufgelöst werden kann. Trainer Pat Cortina meinte, anfangs hätte er befürchtet, dass die DEL Sie überfordert, aber Sie hätten sich jeden Tag gesteigert. Wie sehen Sie Ihre Chancen, es beim EHC zu schaffen?

GEORGE KINK: Ich freue mich narrisch, dass Cortina es so sieht. Die ersten Tage waren hart. Ich habe zuletzt in der Oberliga bei Riessersee gespielt, der Sprung aufs DEL-Niveau ist enorm. Die sind alle schneller, im Zweikampf gewiefter. Meine Rolle wäre in der vierten Reihe, da müssen wir den Gegner ärgern. Ich bin bereit, eine Pestbeule auf dem Eis für den Gegner zu sein.

Sie spielten schon mal von 2004 bis 2006 beim EHC. Sie galten als der kommende Star, doch dann traf Sie ein Puck an der Schläfe, Sie erlitten einen Schädelbruch.

Dabei ich hatte noch viel Glück. Das Ganze ist in Miesbach passiert, die Ärzte dort haben nur gemeint: Eine Gehirnerschütterung. Ein paar Tage Pause, dann könnte ich wieder aufs Eis. Ich bin aber in München zu anderen Ärzten gegangen und da wurde festgestellt, dass der Schädel gebrochen ist. Ich wurde sofort operiert. Mir wurden drei Knochensplitter aus dem Gehirn entfernt. Ich habe immer noch zwei Platten und vier Schrauben im Schädel, die bleiben bis zu meinem Ende drin.

Ein brutaler Schock...

Das war, als hätte man mir die Füße weggezogen. Ich hatte Angst, dass es schief geht, dass ich als lebender Toter enden würde. Am Tag nach der OP kamen gleich zehn Männer in Weiß zur Visite. Der Chefarzt meinte, ich sei so ein spezieller Fall, das sollten sich die Assistenzärzte auch anschauen. Ich musste auf dem linken, dann auf dem rechten Bein stehen. Mich links, dann rechts rum drehen. Ich habe gefragt, was soll der Schmarrn? Der Arzt sagte: Bei dieser Verletzung kann es sein, dass der Patient den Orientierungs- und den Gleichgewichtssinn verliert.

Da ist die Karriere plötzlich vollkommen unwichtig.

Meine erste Frage war, wann kann ich wieder spielen? Der Arzt meinte nur: Herr Kink, das ist das letzte, woran Sie jetzt denken sollten. Wir sind schon froh, wenn Sie wieder ganz gesund werden. Ich habe seit damals auch einen Dauertinnitus im Ohr. Aber ich habe gelernt, ihn zu ignorieren. Als ich dann wieder aufs Eis ging, hatte ich anfangs echt Angst. Wenn ich es jetzt beim EHC schaffen würde, in der DEL zu spielen, wäre das ein Traum, dann würde sich der Kreis schließen.
 

 

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