EHC München „Irgendjemand da oben hat aufgepasst“

David Wrigleys Genesung schreitet gut voran. Foto: EHC

Nach einer schweren OP hofft EHC-Star Dave Wrigley, schon in einer Woche wieder auf Eis zu stehen.

 

AZ: Herr Wrigley, nach Ihrer schweren Nackenoperation aufgrund eines Bandscheibenvorfalls sind Sie nun in der Reha. Wir läuft es bisher?

DAVID WRIGLEY: Direkt nach dem Eingriff hätte ich nie gedacht, dass ich mich nach so kurzer Zeit bereits so gut fühlen würde. Jeden Tag geht es etwas besser. Ich gebe auch wirklich alles, denn ich will zurück aufs Eis. Ich vermisse den Sport, ich vermisse die Jungs. Eishockey ist für mich kein Beruf, es ist meine Leidenschaft, der ich nachgehe, solange ich denken kann. Die Vorstellung, das alles hätte vorbei sein können, war furchteinflößend. Zum Glück haben sich Medizin und Technologie in den letzten Jahren so enorm entwickelt, dass es keinen Grund gibt, warum ich nicht wieder zu alter Form und Stärke finden sollte. Vor ein paar Jahren hätte diese Verletzung noch das Karriereende bedeuten können – vielleicht sogar müssen.

Wie genau verlief der Eingriff bei Ihnen?

Bei mir wurden zwei Wirbel – C4 und C5 – verschweißt. Es wurde eine Art Käfig um die Wirbel gelegt. Dieser Käfig wird sich mit dem Knochengewebe verbinden. Das dauert ein bisschen, diese Zeit muss ich mir nehmen. Wenn es aber verwachsen ist, wird das ganze so stabil sein, dass auch ein kräftiger Bodycheck keinen Schaden anrichten kann.

Wie lange werden Sie ausfallen?

Die Ärzte sagen, dass im schlechtesten Fall noch sechs, sieben Wochen vergehen werden, bis ich wieder wettkampfmäßig spielen kann. Ich hoffe, dass ich in etwas über einer Woche wieder aufs Eis kann.

Sie hatten schon in der vergangenen Saison Nackenprobleme. Was war dieses Mal anders, dass Sie sich operieren lassen mussten?

Ich hatte seit Februar ernste Probleme, habe die Playoffs mit großen Schmerzen gespielt. Im Sommer habe ich mich sehr intensiv mit einem Personal-Trainer auf die neue Saison vorbereitet. Etwa vier Tage bevor ich zurück nach München kam, spürte ich plötzlich eine Taubheit im rechten Arm. Dieses Gefühl ging nicht mehr weg. Daraufhin teilten mir die Ärzte mit, dass eine Operation unumgänglich sei. Das war ein Schock, das macht Angst. Ich werde ewig in der Schuld meines Chirurgen stehen, dass er einen derart großartigen Job gemacht hat. Irgendjemand da oben hat wohl auf mich aufgepasst. Ich fühle mich jetzt bereits besser als ich mich in den letzten acht Monaten gefühlt habe.

Auch für Ihre Familie in Kanada muss es sehr schwer gewesen sein.

Absolut. Meine Mutter ist Krankenschwester, sie konnte daher die Risiken und die Schwere des Eingriffs sehr gut einschätzen. Sie wollte gleich hierher fliegen und jede Minute an meinem Bett verweilen, aber ich habe ihr das ausreden können. Aber es war für uns alle eine belastende Zeit und ich bin unglaublich froh und dankbar, dass das jetzt hinter mir liegt. Ich kann es kaum erwarten, wieder für den EHC zu spielen.

Interview: Matthias Kerber

 

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