EHC München Helm mit Fantasy und Familie

"Gandalf, der Zauberer" und andere Figuren aus dem "Herr der Ringe" sind auf Sebastian Elwings Helm verewigt. Foto: AZ

Sebastian Elwing trägt als Keeper des EHC München einen ungewöhnlich gestalteten Kopfschutz. Exklusiv in der AZ erklärt er seine Bedeutung und spricht über Familie, München und einen Diebstahl.

 

MÜNCHEN Zeig mir deine Maske – und ich sag’ dir, wer du bist! Der Helm – Maske genannt – ist das persönlichste Utensil der Eishockey-Torhüter. „Die Maske ist schlicht Ausdruck deiner Persönlichkeit“, sagt Deutschlands Rekord-Nationaltorwart Joseph „Peppi“ Heiß, der Co-Trainer des EHC München.

Sebastian Elwing, der Keeper des DEL-Aufsteigers, hat sich gerade seine neue Maske machen lassen. Und die Motive, die er exklusiv in der AZ präsentiert, sagen viel über den 30-Jährigen aus. Der Helm ist mit Charakter und Symbolen aus seinem Lieblingsroman „Herr der Ringe“ und einem Porträt seines Sohnes Lenny (3) verziert.

Fantasy und Familie. „Lenny ist auf dem Helm, weil wir uns so unglaublich nah sind. Er ist ein Teil von mir, er ist eben immer dabei. Meine Frau Sarolta sagt sogar, dass wir Zwillinge sein könnten, weil wir uns so ähnlich sind. Nur das Alter unterscheidet uns", erzählt Elwing, „aber manchmal, so sagt sie, dann merkt man auch keinen Altersunterschied.“

Die Maske hat der Berliner Airbrush-Künstler Matthias Struß gestaltet, der auch als Tattoo-Künstler arbeitet und Elwings Trauzeugen tätowiert hat. „Meine Lieblingsfigur im „Herr der Ringe" ist Gandalf, der Zauberer. Matthias hat ihn daher groß auf dem Helm verewigt. Für mich ist die Botschaft des Filmes sehr wichtig, denn am Ende siegt das Gute über das Böse", sagt Elwing, der den Kult-Roman von J.R.R. Tolkien zwei Mal gelesen hat und die Verfilmungs-Triologie fünf Mal angesehen hat. „Ich könnte den Film teilweise schon mitsynchronisieren", sagt der 30-Jährige: „Gandalf ist ein beeindruckender, mystischer Charakter und natürlich träumt man als Junge davon, dass man selber Zauberkräfte hat. Die habe ich aber leider nicht."

Doch im Tor des EHC wird Elwing immer wieder zum Zauberer. „Er hat sich enorm entwickelt, ist ein echter Siegertyp", sagt EHC-Manager Christian Winkler, einst selber Torwart. „Die einzige Statistik, die mich interessiert, ist Sieg oder Niederlage", sagt Elwing, „ob ich persönlich die besten Statistiken habe, gehaltene Schüsse oder so, ist mir egal."

Diese Siegermentalität kommt an. Die Fans des EHC haben Elle und seinen unorthodoxen Stil ins Herz geschlossen. „Es war am Anfang nicht ganz leicht, aber man merkt schon, dass sich gerade auch durch den Gewinn der Meisterschaft in der 2. Liga im vergangenen Jahr wirklich etwas getan hat“, sagt Elwing, „Lenny, meine Frau, ich, wir fühlen uns hier superwohl. Ich fühle mich jetzt als echter Teil dieser EHC-Familie. Ich bin froh, hier zu sein."

Dabei hatte Elwing mit dem Eishockey zu seiner Zeit bei den Eisbären Berlin (1998 - 2002) schon fast abgeschlossen. „Ich hatte meine Ausbildung beendet und wollte eigentlich aufhören und studieren. Aber dann kam ein Angebot von Weißwasser", erinnert sich der Berliner. Dort lernte er in der Vereinsgaststätte seine Sarolta kennen, die Tochter des Betreibers. „Sie ist die Liebe meines Lebens, daher war das eine tolle Zeit", sagt Elwing, der über Kassel 2008 zum EHC fand.

Damals spielte Elwing auch bereits mit einer Maske, die Struß mit Szenen aus dem Herrn der Ringe verziert hatte. Kurz danach ließ sich Elwing eine neue Maske gestalten. Doch der Helm wurde während der Finalserie aus der Umkleide gestohlen. So kam wieder der alte Herr-der-Ringe-Helm zum Einsatz. Vor ein paar Monaten wurde der Masken-Dieb dingfest gemacht, kürzlich hat er den Helm von der Polizei zurückerhalten. Vom Täter vollkommen verdreckt und verschmiert. „Ich habe ihn in einen blauen Müllsack getan und so verstaut", sagt Elwing, „dieser Helm ist entweiht. Ich werde aber versuchen, ihn zu reinigen, damit ich ihn als Andenken haben kann. Tragen werde ich ihn nie wieder."

Die neue Maske ist nun eine Kombination der Motive der beiden letzten Helme. Elwing: „Meinen Sohn und der Herr der Ringe, das wollte ich drauf haben. Das war mir wichtig, ansonsten hatte Matthias freie Hand."

Matthias Kerber

 

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