EHC München Emotion on Ice

Illustration Foto: Daniel von Loeper

Der EHC München startet eine neue Marketing-Offensive: mit einer Plakatkampagne, einem neuen VIP-Zelt, Videowänden, einem Maskottchen und der Kooperation mit den Bayern

 

MÜNCHEN Der EHC München ist spätestens seit dem irrsinnigen Krimi am Sonntag gegen Straubing, als die Partie erst nach 42 (!) Penaltys entscheiden war, in aller Munde. Der Penalty-Marathon ist nun auch offiziell als Weltrekord anerkannt worden. Nun soll der EHC auch in aller Augen sein. Der DEL-Aufsteiger plakatiert die Stadt mit „Wir sind München“-Postern. 100 Großwände und 500 Poster auf Litfasssäulen werden in den nächsten zehn Tagen angebracht. Auch Kinospots werden die gesamte Saison über laufen. Der erste Schritt einer Marketing-Offensive. „Wir hatten gegen Augsburg ein mit 6217 Zuschauern ausverkauftes Haus, gegen Straubing hatten wir 5000 Zuschauer und der Vorverkauf für das Spiel gegen Mannheim am Freitag läuft sogar besser als für die Straubing-Partie“, sagt Thomas Kriner, der seit acht Wochen als Operations Manager beim EHC tätig ist, „wie Hans Zach sagte: der EHC spielt Männer-Eishockey, das kommt an.“ Die AZ sprach mit Kriner über die Pläne des EHC.

VIP-Raum: In den jetzigen Raum gehen 180 VIPs, deutlich zu wenig. Für das Straubing-Spiel gab es zum Beispiel 150 weitere Anfragen, die aus Platzgründen abgelehnt werden mussten. Deswegen wird nun ein Zelt aufgestellt, dass 60 weiteren Personen Platz bieten wird. „Im Hospitality-Bereich verschenken wir bei jedem Spiel viel Geld“, sagt Kriner, der für die Zelt-Gäste auch noch besondere Aktionen plant. „Wir werden anbieten, dass die Gäste, sich in einem Trakt neben der Spielerkabine umziehen können und etwa zwei Stunden vor dem Spiel in voller Montur aufs Eis begeben und dort von einem unserer Trainer betreut werden. Es sollen emotionale Momente geschaffen werden.“

Videoleinwände: „Da wir nun auf Vorgabe der DEL diese Leinwände haben, werden wir sie auch nutzen. Wir sind dabei, Bilder für die Einlauf-Show zu produzieren, werden die Vorstellung der Mannschaft professionalisieren“, sagt Kriner, „es werden auch gerade Trailer vorbereitet.“

EHC-Hymne: „Wir befinden uns in Gesprächen mit einer Münchner Band. Aber da ist uns der Input unserer Fans besonders wichtig, schließlich muss die Hymne angenommen und nicht angeordnet werden“, sagt Kriner.

Maskottchen: „In dieser Saison wird es kein EHC-Maskottchen geben, aber langfristig denke ich, dass man daran nicht vorbeikommt“, sagt Kriner, „Man kann mit einem gutgemachten Maskottchen auch in der eishockeyfreien Zeit in der Stadt präsent sein. Auch hier werden wir die Fans einbinden. Vielleicht wird es eine Aktion geben, wie es eine beim Weihnachtstrikot gab, als die Fans die Entwürfe machten und auch über das Endprodukt abstimmten.“

Zusammenarbeit mit dem FC Bayern: „Vergangene Woche haben wir uns mit Verantwortlichen der Bayern-Basketballer getroffen. Man ist sich einig, dass wir die Zusammenarbeit intensivieren werden, dass wir an einem Strang ziehen“, sagt Kriner. Gerade im Hinblick auf eine neue Halle will man mit vereinten Kräften agieren. „Die Bayern wollen nicht auf Dauer in der Eishalle spielen und auch wir wollen den Fans mehr Komfort bieten“, sagt Kriner, Und weiter: „Wenn Olympia 2018 an München vergeben wird, wird sich in der Thematik eh etwas tun und auch wenn nicht, muss die Hallensituation gelöst werden. Bayern hat sicher die finanziellen Mittel, um selber eine Halle hinzustellen, das haben wir nicht. Aber idealerweise würde man auch dann kooperieren. Die Situation in der Allianz Arena ist aber warnendes Beispiel. Wir müssen sicher die Probleme vermeiden, die 1860 in der Zusammenarbeit begangen hat.“

Matthias Kerber

 

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