EHC München Die Playoff-Bestien

Riesenaction: Der Lausitzer Arturs Kruminsch fliegt ins Tor von EHC-Keeper Joey Vollmer, aber ohne Puck. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

5:1 – der EHC gewinnt auch das dritte Viertelfinal-Spiel gegen die Lausitzer Füchse. Schon am Dienstag können die Münchner Eishockey-Cracks das Halbfinale perfekt machen.

 

MÜNCHEN Nein, das letzte Stündlein, es hat noch nicht geschlagen für die Lausitzer Füchse. Aber der EHC München, der um Punkt 18.27 Uhr zu den infernalischen Glockenschlägen von AC/DC’s Gassenhauer „Hells Bells“ (Glocken der Hölle) das Eis betrat, hat seinen Gegner in diesem Viertelfinale der Playoffs schon kräftig angebimmelt. Das Team von Trainer Pat Cortina gewann auch Spiel drei dieser Best-of-seven-Serie (bisherige Ergebnisse 6:0 und 3:2) 5:1. Damit führt der EHC mit 3:0 und kann bereits am Dienstag (19.30 Uhr) in Weißwasser den Knockout-Punch landen.

Doch Cortina gibt sich noch als Mahner: „Nichts ist schwieriger als den Sack zu zumachen“, sagt der Italo-Kanadier, Und: „Nur wenn wir wieder 60 Minuten lang Spitzen-Eishockey abliefern, werden wir auch belohnt werden.“

Belohnt hat sich der EHC am Sonntagabend selbst. Es dauerte zwar bis zur 15. Minute: Verteidiger Kevin Lavallee zog bei Überzahl des EHC ab, Keeper Jonathan Boutin konnte nur prallen lassen, und Stürmer Austin Wycisk stand goldrichtig - 1:0. Nur zwei Minuten später düpierte EHC-Oldie Niklas Hede mit einer genialen Einzelleistung die Füchse-Abwehr, der bereits dritte Playoff-Treffer des 40-Jährigen, der von Stadionsprecher Stefan Schneider als „unsere Playoff-Bestie“ gefeiert wurde. Nur 69 Sekunden nach dem 2:0 fühlte sich Stürmer Brandon Dietrich als Vollstrecker berufen – das 3:0.

Da verwandelte sich die Olympia-Eishalle mit ihren 2771 Fans, unter ihnen Fußball-Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus mit Frau Liliana und Ski-Ass Susanne Riesch, endgültig in einen Hexenkessel. „Ich bin schon seit langem Eishockeyfan“, sagte Matthäus. „Die Familie meiner Frau ist seit Jahrzehnten im Eishockey tätig, der Schwiegervater war russischer Nationalspieler, war bei Olympia und Weltmeisterschaften dabei.“

Matthäus sah im letzten Drittel auch gleich das 4:0 durch Stürmerstar David Wrigley (42.). Ervin Masek verkürzte für Weißwasser noch zum 1:4 (57.). Ehe Mario Jann den 5:1-Endstand markierte (60.). „Die Mannschaft ist sich der großen Chance bewusst, die das Münchner Eishockey in dieser Saison hat“, sagte Präsident Jürgen Bochanski. Acht Jahre ist es her, dass die Barons München mit DEL-Eishockey verwöhnten. Und etwas Besseres als den EHC 2010 hat man seitdem hier nicht wieder gesehen.

Matthias Kerber

 

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