EHC München Der EHC spielt Zukunft

Sechs Siege in sechs Playoff-Spielen: Der EHC München um Stürmer-Star Mike Kompon (vorne). Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Nach dem Einzug ins Halbfinale laufen bei den Münchnern die Planungen für die DEL. Der Hauptsponsor bleibt. Es gibt konkrete Termine mit drei weiteren potenziellen Geldgebern. "Sie wären alle im Premium-Bereich."

 

MÜNCHEN Um sechs Uhr in der Früh kam der EHC in München an. Die Pflichtaufgabe im Playoff-Viertelfinale gegen die Lausitzer Füchse hatte das Team von Coach Pat Cortina locker abgehakt: 6:1 gewannen die Münchner Spiel vier. Damit steht der EHC bereits als Halbfinalist fest. „Wir hatten brillante Momente, aber auch Szenen, in denen mir das Wort Brillanz sicher nicht eingefallen wäre“, sagte Cortina, der sich auf einen Ein-Tages-Heimaturlaub nach Italien gemacht hat, um seine Familie, insbesondere seine einen Monat alte Tochter Andrea Victoria zu sehen: „Die Kleine im Arm zu halten, wird meine Batterien aufladen.“

Doch wie geht’s jetzt weiter? Schließlich stehen die Zukunftsspiele an. Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

Der Gegner

Klar ist, dass der EHC – als zweitbestes Team der Hauptrunde – im Halbfinale Heimrecht hat. Die erste Partie steigt am Mittwoch, 7. April, um 20 Uhr in der Olympia-Eishalle. Mögliche Gegner sind Ravensburg, Bietigheim und Landshut. Da Schwenningen, die beste Mannschaft der Vorrunde, ebenfalls bereits im Halbfinale steht, wird sie auf das in der Vorrunde schwächere Team der beiden anderen Semifinalisten treffen. „Ich hoffe, dass wir möglichst lange warten müssen, bis der Gegner feststeht, denn das heißt, dass er viele Spiele bestreiten musste und damit viel Kraft gelassen hat“, sagt Cortina. Gewinnt aber der EV Ravensburg am Donnerstag erneut gegen Heilbronn, stünden die Oberschwaben als EHC-Gegner fest.

Aufstieg

Der EHC plant zweigleisig. Es wurden Budgets für die 2. Liga und für die DEL erstellt. Bis zum 15. Mai müsste der EHC, falls er Meister würde, seine Unterlagen bei der DEL eingereicht haben. Bis dahin muss die Finanzierung stehen. „Ein Etat unter 3,5 Millionen Euro macht für die DEL keinen Sinn“, erklärt Präsident Jürgen Bochanski, „wir haben konkrete Termine mit drei potenziellen Geldgebern. Jeder davon würde sich im Premium-Bereich bewegen.“ Klar ist, dass der bisherige Hauptsponsor „Müller-Brot“ weitermacht. „Wir haben die mündliche Zusage. Über die Summe müssen wir dann noch neu verhandeln“, so Bochanski.

Die Halle

Vor 2011 wird wohl keine Entscheidung über eine neue Halle in München fallen. DEL–Geschäftsführer Gernot Tripcke hat die Olympia-Eishalle auf ihre DEL-Tauglichkeit abgeklopft und Zustimmung signalisiert. Die Zulassungskriterien seien erfüllt. Klar ist auch, dass es Verbesserungen geben muss. „Wir haben die Gespräche mit unserem Vermieter, dem Olympiapark, schon geführt. Sie werden die nötigen Veränderungen durchführen, um DEL-Tauglichkeit zu garantieren“, sagt Bochanski, „der VIP-Bereich würde ausgebaut, vielleicht weitere Sitzplatzreihen geschaffen und die Möglichkeiten für TV-Kameras würden verbessert. Die DEL ist da sehr hart. Aber diese Auflagen werden wir alle erfüllen.“

Jetzt müssen aber erst einmal die Sponsoren aufspringen und der EHC den Aufstieg schaffen. Cortina: „Das Umfeld ist bereit: die Stadt, die Fans, die Organisation. Jetzt müssen Spieler und Trainer zeigen, dass auch wir DEL-Format haben.“

Matthias Kerber

 

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