EHC München Das Luxusproblem

Muss verletzt pausieren: EHC-Keeper Joey Vollmer. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

In Joey Vollmer und Sebastian Elwing verfügt der EHC München über zwei der besten Torhüter der Liga. Die beiden haben es sogar geschafft, dass Trainer Cortina seine Meinung geändert hat.

 

MÜNCHEN Falls der EHC München überhaupt ein Problem hat, dann im Tor. Es liegt darin, dass Trainer Pat Cortina sich für einen Torwart entscheiden und einen anderen auf die Bank verbannen muss.

Denn in Joey Vollmer und Sebastian Elwing stehen dem Italo-Kanadier gleich zwei der Top-Torhüter der Liga zur Verfügung. Vollmer war mit einen Gegentorschnitt von 1,96 pro Partie der statistisch beste Torwart der Hauptrunde, Elwing (Schnitt 2,14) rangiert auf Platz drei. In den ersten beiden Partien das Playoff-Viertelfinales gegen die Lausitzer Füchse (6:0, 3:2) setzte Cortina auf Elwing, im Spiel drei sollte Vollmer im Tor stehen.

Eigentlich wollte Cortina in den Playoffs auf einen Keeper als Nr. 1 setzen. Doch aufgrund der starken Leistungen der beiden ist der Coach von seinem Plan abgerückt. „Beide haben es sich verdient, in den Playoffs zu spielen“, sagt Cortina, „ich denke, dass keiner im Verein will, dass wir einen dauerhaft auf die Bank setzen. Das will ich nicht, das will die Mannschaft nicht.“

Vor der Saison galt das Keeper-Duo als möglicher Schwachpunkt. „Da haben sich die so genannten Experten gehörig getäuscht“, sagt Manager Christian Winkler, „wir haben kein Problem im Tor, wir haben ein Luxusproblem, dass wir zwei so gute – und auch noch so unterschiedliche – Torhüter haben.“ Autodidakt Elwing hat einen sehr unorthodoxen Stil, verfügt aber über ungemein gute Reflexe. Vollmer ist der der technisch bessere Torhüter. „Elle macht Dinge, die sonst eher Fußball-Torhüter tun, aber irgendwie hat er dann immer die Scheibe“, sagt EHC-Assistenz-Trainer Joseph Heiß, der Deutschlands Rekord-Nationaltorwart ist.

Die beiden Torhüter sind nicht nur im Stil unterschiedlich. Elwing etwa meditiert vor jedem Spiel rund 90 Minuten, er ist vor der Partie nicht ansprechbar. „Das wissen die Mitspieler, sie lassen mich dann in Ruhe“, sagt Elwing. Vollmer hingegen braucht die Kollegen um sich herum, er will Ansprache. Trotzdem versteht sich das ungleiche Duo. „Wir pushen uns und wir helfen uns“, sagt Elwing. Vollmer ergänzt: „Das passt auch menschlich. Wir sind beide Teamspieler, die den Erfolg der Mannschaft über eigene Meriten stellen. Kein Problem!“ Nur ein Luxusproblem eben.

Matthias Kerber

 

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