EHC München Cortina kämpft um Oldie Hede

Niklas Hede (l.) feiert mit Mark Heatley: Der Torjäger des EHC traf in den Viertelfinal-Playoffs gegen die Lausitzer Füchse viermal. Foto: sampics/Augenklick

Der EHC-Trainer leistet Überzeugungsarbeit, damit der Finne (40) „noch mindestens ein Jahr dranhängt“. Manager Winkler hält bereits einen unterschriftsreifen Vertrag für den Angreifer parat.

 

MÜNCHEN Er ist auch außerhalb des Eises so wenig greifbar wie auf seinem spiegelglatten Arbeitsplatz. Niklas Hede, der Stürmer des EHC München, der in den vier Partien des Playoff-Viertelfinales gegen die Lausitzer Füchse viermal als Torschütze glänzte, maßgeblich zum Erreichen des Halbfinales (der Gegner wird noch ausgespielt) beitrug. „Ich habe nichts zu sagen, wirklich nicht“, mauert der 40-jährige EHC-Oldie – und verschwindet schnell.

Der Deutsch-Finne will der Frage aller Fragen ausweichen. Der, ob er wirklich nach dieser Saison – nach 21 Profijahren – seine Schlittschuhe an den Nagel hängt und in seine finnische Heimat zurückkehrt. Dorthin, wo seit dieser Saison schon seine Familie in Espoo lebt. Weil er in dieser Frage den schweigsamen Finnen gibt, will man ihm beim EHC den wahrscheinlichen Abschied so schwer, so herzzerreißend wie möglich machen. Denn die Spieler und Bosse wissen nur zu gut, was sie am Eishockey-Routinier, der seine Karriere in Helsinki begann, haben.

„Er ist ein wahrer Leader. Jeder in der Kabine kann das bestätigen. Es ist Niklas zu verdanken, dass unsere dritte Reihe so unglaublich gut ist. Dadurch haben wir keine Toplinie, zweite Linie oder dritte, sondern wir haben drei Toplinien. Das macht uns so stark“, sagt Erfolgscoach Pat Cortina.

Der manchmal bärbeißige Italo-Kanadier gerät bei Hede regelrecht ins Schwärmen. „Es ist schwer zu glauben, aber auch Hede ist seit dem letzten Jahr noch einmal gereift. Er setzt seine unglaublichen Fähigkeiten so fantastisch zu seinem Vorteil ein, dass gegen ihn kein Kraut gewachsen ist“, sagt Cortina, „ich hoffe, er spielt auf diesem Level weiter. Denn dann bin ich mir sicher, dass er seine Meinung noch einmal ändert und noch mindestens ein Jahr dranhängt.“

Der Vertrag liegt schon längst unterschriftsreif bei Manager Christian Winkler. „Ich warte nur darauf, dass Niki ins Büro marschiert und sagt: ,Wo ist das Ding!’ Wenn das passiert, werde ich so schnell den Stift zücken, wie noch kein Mensch vor mir“, sagt Winkler, „Hede darf einfach nicht aufhören, er ist für die jungen Spieler so wichtig. Ich denke, er kann locker noch zwei, drei Jahre auf dem Level spielen.“

Auch Präsident Jürgen Bochanski stimmt in die Jubelarie auf die Nummer 10 des EHC ein. „Hede erfasst Situationen so schnell wie kein Zweiter. Er hat schon reagiert, während die anderen noch nachdenken. Das ist fast schon außerirdisch. Und er hat mit seinen 40 Jahren eine Geschwindigkeit, da können die Jungen nicht mithalten.“

Wenn Trainer, Manager, Präsident schon einer Meinung sind, darf auch der Kapitän einstimmen. „Niki ist unser bester Mann“, sagt Andreas Raubal, „so einfach ist das!“

Und weil es so einfach ist, wollen sie Hede beim EHC den Abschied so unglaublich schwer machen. So schwer, dass es am Ende gar keinen geben soll.

Matthias Kerber

 

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