EHC München Aus den Birken kommt: Ein Donny für Danny

Aus Konkurrenten werden Teamkollegen: Danny aus den Birken (l.) wechselt von den Kölner Haien zum EHC um Garrett Roe. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Nationalkeeper Danny aus den Birken wechselt von den Kölner Haien zum EHC Red Bull München. „Ich bin überzeugt, hier Großes zu erreichen!“

München - Nationaltorhüter-Rochade beim EHC Red Bull München. Der deutsche Nationalkeeper Danny aus den Birken wechselt von den Kölner Haien zum EHC, Florian Hardy, Frankreichs National-Goalie, muss den Verein hingegen verlassen.

Willkommen, Danny! Au revoir, Florian! Hardy, der dem EHC-Trainer Don Jackson von einem befreundeten Chefscout empfohlen worden war, spielte zwar keine schlechte Saison, doch fehlten ihm die Aura, die Ausstrahlung und die Fähigkeit, Spiele auch mal alleine mit Monster-Saves zu gewinnen. Daher jetzt Danny für Donny. „Ich freue mich riesig auf meine neue Herausforderung bei den Red Bulls. Die Münchner zählen für mich definitiv zu den besten Teams der Liga“, sagte aus den Birken. „Ich bin überzeugt, mit dem Team Großes erreichen zu können.“ In München wird der 30-Jährige, der 2014 zum besten Goalie gewählt worden war, zusammen mit Niklas Treutle, dem statistisch besten Keeper der Hauptrunde, und Youngster Kevin Reich das Torverhinderungs-Trio des EHC bilden. In Köln war die Position aus den Birkens als unumstrittene Nummer 1 durch die Verpflichtung des schwedischen Ausnahme-Goalies Gustaf Wesslau (30, HV71 Jönköping) unterminiert – und so wurde aus Danny aus den Birken nun Danny raus den Birken. Raus aus Köln, rein nach München.

Zur Zeit weilt der Keeper in Finnland bei der deutschen Nationalmannschaft, die dort Testspiele gegen die Suomi-Truppe bestreitet. In der DEL bestritt er bisher 308 Spiele, weist dabei eine Fangquote von 92 Prozent auf. „Danny ist ein sehr guter Torhüter“, sagte Bundestrainer Pat Cortina über den Mann aus Neuss.

Seine sportliche Karriere begann Zamperl-Freund (sein Hund heißt Zeus) aus den Birken beim Fußball. Natürlich stand er auch da im Tor. „Egal welcher Sport, ich war immer der Kerl im Kasten“, sagte aus den Birken. Doch seine Cousine spielte Eishockey, Klein-Danny schaute da ein paar Mal zu, und dann stand für ihn fest: Die Welt der fliegenden Pucks, der harten Checks fasziniert ihn viel mehr als die Rasenspielereien beim Fußball. „Ich musste mich dann entscheiden. Beides zu machen, war schlicht zu zeitaufwendig. Ich habe die Entscheidung nie bereut.“

Aus den Birken gilt als Perfektionist, der sich vor Spielen abkapselt. Wie so viele Torhüter hat er seine Macken, er versucht, an Spieltagen stets die identische Routine durchzuziehen. „Es ist mir wichtig, dass ich möglichst wenig Zeit und Energie darauf verschwende, mich vor einem Spiel mit anderen Dingen auseinanderzusetzen. Da hilft es, einen eigenen Rhythmus zu haben.“ Sein Spleen beim Schlittschuhschleifen – er will sie extrem tief und scharf geschnitten haben und treibt damit die Betreuer regelmäßig zur Verzweiflung – ist ebenso legendär wie sein Festhalten an den Schlägern, mit denen er viele Siege einfuhr. „Tja, ich bin zwar eigentlich nicht abergläubisch, aber ich trenne mich schon sehr schwer von einer Kelle, mit der man viele Erfolge hatte“, sagte aus den Birken.

Apropos aus den Birken. Die Herkunft seines Namens ist dem 30-Jährigen selber ein Rätsel. Der Opa betrieb zwar mal Ahnenforschung, aber so richtig enträtseln konnte er den Namen nicht. Bei „Spox.com“ sagte der Neu-Münchner: „Man vermutet, dass der Name aus dem Raum Krefeld nah der holländischen Grenze stammt. Wahrscheinlich haben meine Vorfahren im Birkenwald gelebt und waren dann Familie ‘aus den Birken’.“  

 

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