EHC gegen Mannheim Das Kink-Duell auf Wolke 17

George Kink vom EHC München. Foto: AZ Sportredaktion

Schorsch spielt beim EHC, Bruder Marcus bei den Adlern Mannheim. Am Samstag treffen die beiden erstmals in der DEL aufeinander.

MÜNCHEN Der Blick auf die Tabelle verzückt George Kink derzeit. Platz eins: Adler Mannheim. Platz zwei: EHC München.
„Da hat der Eishockeygott es aber mal richtig angerichtet”, sagte der EHC-Stürmer nach dem 4:3-Sieg der Münchner nach Verlängerung gegen Iserlohn am Donnerstag.

Angerichtet hat die höhere Macht den Showdown am Samstag (19.30 Uhr): Die Partie des EHC bei den Adlern, das erste DEL-Duell der Kink-Brüder. Der 28-jährige George Kink, der beim EHC diese Saison seine ersten fünf DEL-Spiele absolviert hat, trifft auf seinen Bruder Marcus (26), der seit 2004 bei den Adlern spielt. „Das ist grandios. Als wir das letzte Mal gegeneinander gespielt haben, waren wir noch Kinder”, sagt der Münchner Kink, „wir werden uns bis zum Spiel noch gut aufziehen. Wir werden uns schon eine gescheite Strafe für den Verlierer des Bruder-Duells einfallen lassen.”

Als neutraler Betrachter des Kink-Duells wird Papa Georg fungieren. „Ich bin sehr stolz, dass die Buam es in die DEL geschafft haben”, sagt der 62-jährige Ex-Nationalspieler, der von 2004 bis 2005 Trainer des EHC war. „Ich bin entspannt, ein Kink geht auf jeden Fall als Sieger vom Eis”, so Kink senior.

Beide Kinks spielen mit der Rückennummer 17, so wie schon der Papa und dessen Bruder Andreas. „Das ist unsere Glücksnummer”, sagt Kink senior, „mein Bruder hat damit angefangen, weil er am 17. Geburtstag hat und die Oma auch. Danach haben wir sie alle genommen. Ich habe sogar mal einen Goldanhänger mit der 17 machen lassen, den hat jetzt der Schorschi.”

Lange sah es nicht danach aus, dass es jemals zu dem DEL-Duell der Brüder kommen würde. George Kink hat eine wahre Verletzungsodyssee hinter sich. 2004 wurde er von einem Puck an der Schläfe getroffen, er erlitt einen Schädelbruch, Knochensplitter mussten aus dem Gehirn entfernt werden. Vier Jahre später traf ihn erneut ein Puck. Der Muskel unter dem Auge war durchtrennt, die gesamte Gesichtshälfte hing herunter. „Das sind schlimme Erinnerungen”, sagt Papa Kink, „den Splitter, der aus seinem Gehirn entfernt wurde, habe ich aufbewahrt. Aber der Bua hat nie aufgegeben. Nicht viele haben es sich dermaßen verdient, es in die DEL zu schaffen.” In München, beim EHC, lebt George jetzt seinen großen Eishockeytraum. „Die DEL war immer mein Traum. Ich schwebe nicht auf Wolke sieben, sondern unserer Familiennummer entsprechend auf Wolke 17”, sagt er.

Jetzt kommt’s in Mannheim zum Duell der Kinks auf Wolke 17.

 

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