Eduard Augustin Verkupplungsspiele

Eduard Augustin Foto: D. Pernath für Mosaik-Verlag

Eduard Augustin beobachtet Paare - und wundert sich über seine Frau, die es als Sport versteht, Singles im Bekanntenkreis zu verkuppeln.

 

Zu den liebsten Hobbys meiner Frau zählt das Verkuppeln. Dabei geht es ihr weniger um den seelsorgenden als um den sportlichen Aspekt.

Zumindest habe ich diesen Eindruck, denn stets steckt sie sich ihre Ziele außergewöhnlich hoch.

Das Vorhersehbare – ein leichtes Spiel („the perfect match“) – ist nicht ihr Ding. Was wiederum einen Einfluss auf ihre Erfolgsquote hat, denn diese liegt bei null.

In den vergangenen Jahren hat sich ihre Leidenschaft für das Unlösbare noch verstärkt. Sobald eine Trennung im Freundeskreis öffentlich wird, sich also der Status einzelner Bekannter von „in einer Beziehung“ auf „Single“ ändert, entdeckt sie neue Kandidaten für ihr Spiel und beginnt zu sondieren.

Sie geht dabei recht planvoll vor. Zuerst werden Erwartungen, Bedürfnisse und Verhältnisse geordnet. Sind Kinder im Spiel? Korrelieren Geschmäcker und Interessen positiv? Bietet sich die Gelegenheit eines lockeren Rahmens, in dem sich die Kandidaten unverfänglich zueinandertreiben lassen?

Ich vermute, sie dürfte sogar eine eigens zu diesem Zweck kreierte iPad-Playlist mit Verkupplungs-Songs angelegt haben.

Vielleicht irre ich mich aber auch. Ich denke, sie selbst würde ihr Vorgehen wahrscheinlich als geschickt betrachten.

Aber, wie gesagt, ihre Quote ist schlecht. Ich werde nicht zögern, erste Erfolge prompt an dieser Stelle zu vermelden.

 

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