Eduard Augustin Der Mann in der Zeit

Eduard Augustin Foto: D. Pernath für Mosaik-Verlag

Eduard Augustin beobachtet Paare – und freut sich, dass es über Männer und Frauen noch so viel zu erzählen gibt. Diesmal: Wie viele Monate seines Lebens er damit verbringt, seiner Frau beim Suchen zu helfen.

 

Laut einer Studie der Zeitschrift „GEO Wissen“, erstellt 2005, verbringt der Durchschnittsmann ein Drittel seines Lebens schlafend, gemütliche 24 Jahre und vier Monate immerhin. Ungefähr zwei Jahre Lebenszeit vergeht, während er Brote schmiert und etwa sechs Monate sitzt er auf der Toilette. Zeitverschwendung kann er aber auch: Addiert man alle Stunden, die er in der Arbeit verbringt, kommt man auf – im Vergleich eher ungemütliche – sieben Jahre.

Bei mir, einem ganz und gar durchschnittlichen Mann, muss man allerdings eine zusätzliche Rechnung anstellen: Bis zu meinem Ableben werde ich, mal so grob überschlagen, mindestens vier Monate damit verbracht haben, meine Frau bei der Suche nach ihrem Handy zu unterstützen – und weitere fünf mit der Unterstützung bei der Suche nach ihrem Schlüssel.

Die Behauptung, es handele sich dabei um verlorene Zeit, ist aber vermessen. Wenn man die Augen zukneift, kann man es nämlich positiv sehen: Ich habe dabei einige erstaunliche und interessante Orte und Nischen entdecken dürfen, deren Eignung als Versteckmir sonst entgangen wäre. Außerdem darf ich mich als Produkttester beschäftigen: Seit gestern weiß ich zum Beispiel, dass ein iPhone auch unterm Autoreifen überlebt.

Ich weiß also die Zeit sinnvoll zu nutzen. Warum Frauen jedoch weiterhin ungefähr die Hälfte ihres Lebens mit dem Verlegen von Dingen verbringen, ist mir immer noch ein Rätsel.

 

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